JOKA Biathlon World Team Challenge 2016
Simon Schempp wünscht sich ein härteres Vorgehen der IBU gegen Russland © Getty Images

Erik Lesser und Simon Schempp fordern im Fall Russland härtere Strafen. Schempp kündigt schriftliche Forderungen an. Auch die IBU schließt einen Komplettausschluss nicht aus.

Die deutschen Biathleten haben in der Diskussion um den Dopingskandal in Russland härtere Strafen gegen russische Biathleten gefordert. Erik Lesser forderte im ZDF, dass man "auch mal die ganze Nation bestraft, nicht nur einzelne Athleten. Ich hoffe, dass mit aller Härte vorgegangen wird."

Teamkollege Simon Schempp kündigte einen schriftlichen Forderungskatalog an, den die Athleten an den Weltverband IBU schicken werden. Darin werden härtere Sanktionen gefordert, "zum Beispiel, dass man Nationen auch mal Startplätze wegnimmt."

Auch die IBU selbst schloss einen Komplettausschluss des russischen Teams nicht mehr aus.

"Diese Konsequenz ist für die Zukunft nicht ausgeschlossen", sagte Nicole Resch, Generalsekretärin des Weltverbands IBU, dem ZDF: "Die hängt aber auch davon ab, was wir noch rausfinden."

Aus Indizien müssen Beweise werden

Nachdem Chefermittler Richard McLaren in seinem Bericht festgestellt hatte, dass zu den dopingverdächtigen Athleten aus Russland 31 Biathleten gehören, hatte die IBU zunächst zwei Athleten vorläufig gesperrt und von weiteren Untersuchungen gegen die 29 anderen Athleten gesprochen. Namen nannte die IBU bislang allerdings nichts. 

Auch Resch wollte sich zu einzelnen Namen nicht äußern, da "wir im Moment aus den Indizien erst Beweise machen müssen. Und ich weiß nicht, für welche uns das gelingen wird und kann", sagte Resch. Es sei schlichtweg "unverantwortlich und unprofessionell, jemanden durch die Medien als positiven Fall zu ziehen, für den wir keine Beweise vorliegen haben".

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