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Die Dopinganschuldigungen im russischen Sport sorgen vor allem im Biathlon für Verwicklungen © Getty Images

Die Dopinganschuldigungen im russischen Sport sorgen weiter für Verwicklungen. Jetzt spricht der norwegische Biathlon-Präsident Russland die Eignung für die WM 2021 ab.

Nach den schwerwiegenden Dopinganschuldigungen gegen den russischen Sport und nach der Rückgabe des geplanten Biathlon-Weltcups in Tjumen im März sowie der Junioren-WM in Ostrow im Februar an den Biathlon-Weltverband IBU hat der Präsident des norwegischen Biathlon-Verbandes (NBF) Russland die Eignung als Gastgeber der Weltmeisterschaft 2021 abgesprochen. "Ich denke, dass es falsch wäre, die WM in Russland abzuhalten", sagte Erland Sklovik der Zeitung Framtid I Nord.

Allerdings habe eine Entscheidung in dieser Frage "keine Eile", ergänzte der Spitzenfunktionär aus der Biathlon-Topnation. Die Frage um die Ausrichtung der WM 2021 werde "beim nächsten IBU-Kongress diskutiert", der für 2018 im kroatischen Porec angesetzt ist.

Die Entscheidung für die westsibirische Stadt als WM-Ort war erst im September gefallen. Seinerzeit war aufgrund der Veröffentlichung des ersten Berichts von Ermittler Richard McLaren ein staatlich gelenktes Dopingsystem in Russland wenigstens indiziert gewesen.

Manipulationen von über 1000 russischen Athleten

Am vergangenen Donnerstag hatte der russische Biathlon-Verband RBU den geplanten Weltcup im Erdölzentrum Tjumen (9. bis 12. März 2017) sowie die Welt-Titelkämpfe der Junioren in Ostrow laut offizieller Mitteilung des Weltverbandes an die IBU zurückgegeben.

Nach der Veröffentlichung des zweiten Teils seines Reports, in dem McLaren von Manipulationen von über 1000 russischen Athleten seit 2011 berichtet hatte, hat Russland bereits fünf sportliche Großereignisse verloren beziehungsweise formal auf deren Austragung verzichtet.

Auch Ermittlungen beziehungsweise Sanktionen gegen einzelne Athleten reichen quer durch alle Sportarten. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) kündigte am Freitag an, die Dopingproben aller russischen Olympia-Teilnehmer von Vancouver 2010, London 2012 und Sotschi 2014 erneut zu analysieren.

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