Dallas Cowboys v Tampa Bay Buccaneers
NFL-Profi Lucky Whitehead ist nach dem Polizei-Patzer von den Dallas Cowboys entlassen worden © Getty Images

Die Dallas Cowboys schmeißen Receiver Lucky Whitehead raus, nachdem die Polizei erklärt, er sei verhaftet worden. Das Problem: Der NFL-Star wurde gar nicht verhaftet.

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Namenswitze musste sich NFL-Profi Lucky Whitehead mit Sicherheit schon so einige anhören - so viel Pech wie jetzt hatte der Wide Receiver der Dallas Cowboys mit dem kuriosen Spitznamen aber selten.

Von "Americas Team" wurde der 25-Jährige am Montag gefeuert, weil er angeblich am 22. Juni wegen Ladendiebstahls von der Polizei in Virginia festgenommen wurde.

Das Problem: Der verhaftete Mann war überhaupt nicht Lucky Whitehead. Das räumte das Prince Williams County Police Department (Virginia) jetzt selbst ein.

Whitehead und sein Agent David Rich hatten von Anfang an beteuert, der NFL-Profi sei nicht nur unschuldig, er habe sich während des besagten Vorfalls noch nicht einmal im Bundestaat Virginia befunden. Als Beweis führten sie Flugdaten an.

Die Cowboys setzten den Receiver nach erst zwei Jahren in der NFL trotzdem vor die Tür - zu Unrecht, wie sich später herausstellen sollte.

Vermeintlicher Ladendieb definitiv nicht Lucky Whitehead

Wie die Polizei mitteilte, hatte der kassierte Ladendieb keine Papiere bei sich und gab bei seiner Verhaftung den Namen und die Sozialversicherungsnummer von Rodney Darnell Whitehead jr., wie Lucky offiziell heißt, an. 

Auch nach einem Daten- und Fotoabgleich des Verhafteten mit den Informationen der Zulassungsbehörde sei man davon ausgegangen, den NFL-Star vor sich zu haben.

Jetzt erst kam die Rolle rückwärts. "Zu diesem Zeitpunkt ist das Department davon überzeugt, dass der Verhaftete während der Ermittlungen fälschlicherweise Mr. Whiteheads Identität angegeben hat", hieß es in einem Statement.

Für Whitehead kommt diese Erkenntnis zu spät, er ist seinen Job los, weil sein Team ihm trotz aller Beteuerungen nicht glaubte.

"Ich wurde als Lügner hingestellt"

"Da gibt es nichts schönzureden, ich wurde einfach als Lügner hingestellt", keilte der 25-Jährige bei den Dallas Morning News gegen sein Ex-Team: "Keiner vom Management der Cowboys hat zu mir gehalten."

Cowboys-Cheftrainer Jason Garrett verteidigte die Entscheidung des Teams. Man habe im "besten Interesse der Dallas Cowboys" gehandelt, sagte er und fügte vielsagend an, man wisse Dinge über die eigenen Spieler, die die Öffentlichkeit nicht kenne.

Rechtlich könnte die Entlassung Folgen haben. Das Whitehead-Lager will sich noch beraten, ob via Gericht oder der Spielergewerkschaft der NFL weitere Schritte eingeleitet werden.

"Das ist einfach enttäuschend, es ist eine harte Lektion für diesen jungen Mann", sagte Whiteheads Agent Rich, der aber gute Nachrichten hat: "Das wird ihn stärker machen. Er wird klarkommen. Drei oder vier Teams haben sich schon bei mir gemeldet. Ich wäre nicht überrascht, wenn ihn jemand von der Waiverliste verpflichtet."

So gesehen könnte diese unschöne Geschichte doch noch ein glückliches Ende für Lucky Whitehead haben...

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