Brock Osweiler war Ersatz von Quarterback-Legende Peyton Manning in Denver © SPORT1-Grafik Philipp Heinemann / Getty Images

München - Die Geschichte von Brock Osweiler hätte zur Heldenerzählung werden können, doch seine Leistungen bei den Houston Texans machten ihn zu einer Tauschmasse.

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Der Football schreibt gerne Heldengeschichten vom jungen Talent, das einen Veteranen ablöst; vom unerfahrenen Quarterback, der geduldig seine Rolle lernt – und im entscheidenden Moment die Last der Verantwortung stemmt.

Die Saga von Brock Osweiler nahm einen fast dichterischen Anfang. An seinem 25. Geburtstag im November 2015 führte Osweiler die Denver Broncos erstmals als Starter in die Schlacht gegen die Chicago Bears.

Der junge Quarterback hatte das Steuer von der formschwachen Legende Peyton Manning übernommen. Der Altmeister hatte im Spiel zuvor vier Interceptions geworfen. Offiziell wurde Manning wegen einer Verletzung auf die Bank gesetzt.

Osweiler brilliert beim Start-Debüt

Und wie es die NFL-Chroniken so gerne schreiben, brillierte Osweiler in seinem ersten Spiel von Beginn an, wurde AFC Offensivspieler der Woche. Sieben Tage später dirigierte der 25-Jährige seine Mannschaft zu einem Sieg gegen die bis dahin ungeschlagenen New England Patriots.

Im letzten Spiel vor den Playoffs musste Osweiler das Feld dann wieder Manning überlassen  - und der führte die Denver Broncos zum Super-Bowl-Sieg 2016.

Doch Osweilers gute Leistungen als möglicher Erbe Mannings klangen noch bei vielen Teamverantwortlichen nach. Am lautesten bei den Kaderplanern der Houston Texans.

Mega-Vertrag bei den Houston Texans

Vor der Saison 2016/17 statten sie Osweiler mit einem Vierjahresvertrag für unglaubliche 72 Millionen Dollar aus, davon 37 Millionen garantiert. Zum Vergleich: Tom Brady verdient in den nächsten drei Jahren sieben Millionen Dollar weniger.

Den Beweis, dass Osweiler das Geld wert ist, blieb er schuldig. In der vergangenen Spielzeit wurde er in Woche 15 nach einer miserablen Leistung gegen die Jacksonville Jaguars unter dem Jubel der eigenen, enttäuschen Fans auf die Bank gesetzt, verlor seinen Startplatz und kam nur noch zum Einsatz, weil sich sein Ersatz Tom Savage verletzte.

Browns schlagen zu

Für die Houston Texans war der Überflieger zum Ballast geworden, den das Team gerne loswerden wollte. Und wer sollte diesen gefallenen Helden auffangen? Das schlechteste Team der NFL, die Cleveland Browns.

Nicht etwa, weil die Browns Osweilers Leistungen als ausreichend für ihren Kader sahen, sondern weil die Texans den Wechsel mit einem Zweitrunden-Pick für 2018 versüßten.

Wie geht Osweilers Geschichte weiter?

In Houston ist man froh, das enorme Osweiler-Gehalt von 16 Millionen Dollar jährlich loszuwerden. Für Osweiler gab es gleich nach der Verkündung des Wechsels eine Ohrfeige: Die Browns bekundeten öffentlich, dass es ihnen bei dem Handel hauptsächlich um die Draftpicks ging, mit denen sie ihrer Franchise zu neuem Glanz verhelfen wollen.

Ob sie Osweiler als Verhandlungsmasse für weitere Wechsel hernehmen oder ihn fallen lassen, kann den Browns egal sein. Das Geld haben sie.

Osweiler muss nun sehen, dass er eine andere Geschichte schreibt. Vielleicht die vom Underdog, der gegen alle Widerstände doch wieder an einen Stammplatz bekommt.

Sein altes Team, die Denver Broncos, sollen Interesse haben...

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