Aaron Rodgers brilliert für die Green Bay Packers
Aaron Rodgers wurde 2011 und 2014 zum MVP gewählt © SPORT1-Grafik Paul Haenel / Getty Images / AP

München - Die Green Bay Packers sind nur noch einen Schritt vom Super Bowl entfernt. Aaron Rodgers leitet den Triumphzug mit Worten ein und ist auch gegen die Cowboys zur Stelle.

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Superstars zeichnet es aus, in entscheidender Phase entscheidende Plays zu machen und als Anführer Zeichen zu setzen.

Aaron Rodgers stellte diese Fähigkeit in der NFL Divisional Round erneut unter Beweis und ist mit den Green Bay Packers nur noch einen Sieg vom Super Bowl in Houston entfernt.

Eine Woche nach seinem Hail-Mary-Pass beim Sieg gegen die New York Giants leitete er mit seinem nächsten Traumpass Mason Crosbys siegbringendes Field Goal gegen die Dallas Cowboys in die Wege.

Ansatzlos ließ A-Rod wenige Sekunden vor dem Ende der Partie ein Geschoss los, das in den US-Medien als "Play des Jahres" und "wichtigster Pass des Jahres" bezeichnet wird - und seinen Status als aktive Legende untermauert.

Die Highlights der Partie im Video:

Rodgers wird zum Magier

Zwölf Sekunden vor dem Ende hatten die Packers beim dritten Versuch 20 Yards zu bewältigen. Der 28:13-Vorsprung hatte sich in ein 31:31 verwandelt. Rodgers hatte dabei seine erste Interception seit zwei Monaten geworfen und war gerade erst gesacked worden. Die Saison der Packers hing am seidenen Faden (Ergebnisse und Spielplan).

Der Quarterback ließ sich nichts anmerken, lief in Richtung der linken Auslinie und passte über 35 Yards zu Jared Cook, dessen spektakulärer Catch den Videobeweis erforderte. Denn der Tight End war bei seinem Fang im Aus gelandet. Doch das Video zeigte, dass es Cook artistisch gelungen war, das Play regelkonform zu vollenden.

Der Spielzug kam Rodgers offenbar spontan in den Sinn und stand in keinem Playbook. Randall Cobb erklärte, Rodgers habe nur jedem Receiver erklärt, was er zu tun habe. Auf den Kommentar eines Reporters, das sei lächerlich, erwiderte der Teamkollege: "Das ist magisch."

"Run the table" als Startschuss

Green Bays Saison hätte bereits viel früher beendet sein können. Am 20. November standen die Packers nach der vierten Niederlage nacheinander und einer Bilanz von 4:6 mit dem Rücken zur Wand - Auftritt Rodgers: "We can run the table". Man könne und müsse nun alles abräumen, was im Weg steht.

Gesagt, getan. Green Bay beendete die Saison mit sechs Siegen in Folge und sicherte sich einen Platz im Wild Card Game. Dort beendeten Rodgers' Mannen die Titelträume der New York Giants.  

Nun müssen auch die Cowboys um die Super-Rookies Dak Prescott und Ezekiel Elliott zum Leidwesen von Mavericks-Star Dirk Nowitzki ihre Hoffnungen begraben. Dallas war nach gerade einmal drei Saisonniederlagen das topgesetzte Team in der NFC – doch Rodgers' Packers erwiesen sich als unüberwindbare Hürde.

Konkurrenten verneigen sich

"Sie sagen, dass er in den letzten sieben, acht Wochen heiß ist. Doch er ist seit 2008 heiß", sagte Cowboys-Coach Jason Garrett: "Eines Tages wird man ihn als einen der drei besten Quarterbacks aller Zeiten bezeichnen."

Auch Rodgers' Gegenüber Dak Prescott verneigte sich. "Es ist unglaublich, ihm zuzuschauen", sagte der Rookie, der bei der Niederlage ebenfalls glänzte: "Ich hasse es unter diesen Umständen, aber er ist ein unglaublicher Quarterback."

2011 führte Rodgers sein Team bereits zum Super-Bowl-Triumph. Zwei Mal nahm der 33-Jährige die MVP-Trophäe in Empfang und damit genauso oft wie Tom Brady. In diesem Jahr könnte eine dritte Auszeichnung folgen, neben Brady sind auch Prescott oder der kommende Gegner Matt Ryan von den Atlanta Falcons Kandidaten.

Einige Passing-Rekorde (höchstes Rating über die gesamte Karriere, bestes Verhältnis von Touchdowns zu Interceptions, die meisten Toudown-Pässe über 70 Yards) hält der Mann aus dem kalifornischen Chico ohnehin.

Sollte Rodgers sogar das Kunststück vollbringen und den Packers-Siegeszug bis nach Houston fortführen, steigt er endgültig in den Kreis der ganz Großen auf.

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