Tom Brady (r.) wird von Kansas Citys Verteidiger Tamba Hali hart attackiert und verliert den Ball

Kansas City und München - Im Monday Night Game verpasst der Quarterback der New England Patriots die 50.000-Schallmauer und geht in Kansas City unter.

Auf diesen Meilenstein hätte Tom Brady verzichten können.

Statt als sechster Quarterback in der Geschichte der NFL die Marke von 50.000 Passyards zu erreichen, kassierte er mit den New England Patriots im Monday Night Game des 4. Spieltages die höchste Niederlage seit 2005 (Die NFL LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Am Ende setzten sich die entfesselten Kansas City Chiefs mit 41:14 (17:0) durch - vor neun Jahren hatten die Patriots eine 17:41-Klatsche von den San Diego Chargers bekommen.

"Es war einfach eine ganz schwache Leistung von uns allen", kommentierte der sichtlich angeschlagene Brady die Abreibung.

[tweet url="41 in die Endzone zurückgetragen wurde, gegen Jimmy Garoppolo ausgewechselt.

Brady wird gegen Rookie ausgewechselt

Dass der Rookie sofort einen Touchdown auf Rob Gronkowski warf, sollte freilich nicht als sofortige Wachablösung gedeutet werden. Die Diskussionen werden aber beginnen.

"Ich wollte einfach nur allen eine Chance geben, zu spielen", ließ sich Head Coach Bill Belichick wie gewohnt nichts locken.

Es fehlen die Anspielstationen

Bereits vor dem Debakel wies Brady mit einer Passquote von unter 59 Prozent einen an seinen Standards gemessen haarsträubenden Wert auf - Rang 30 in der NFL.

Gegen die Chiefs fiel zudem erneut auf, dass er kaum noch Pässe länger als zehn Yards an den Mann bringt - die Qualität bei den Receivern reicht einfach nicht aus.

Früher machte Brady aus Wes Welker oder Aaron Hernandez durch seine Würfe Stars, mit 37 Jahren bräuchte er mehr Waffen - siehe Manning in Denver.

In Brandon LaFell und Julian Edelman fingen überhaupt nur zwei Receiver Bälle. Ein funktionierendes Laufspiel gibt es ohnehin seit Jahren nicht mehr.

Ray Lewis leidet mit

Der sonst so coole Sonnyboy Brady spürt erstmals in seiner Karriere richtig Gegenwind. Ist diese Leistung vielleicht sogar der Anfang vom Ende der goldenen Patriots-Ära?

Es ist zwar nur ein Spiel, aber der Trend zeigt ganz klar nach unten. Einzig die schwache AFC East gibt Anlass zur Hoffnung - ein Kandidat auf den Super Bowl sind die Pats so aber nicht.

Sogar der frühere Spitzenverteidiger Ray Lewis empfand in seiner neuen Rolle als TV-Experte Mitleid mit Brady.

Jamaal Charles kehrt bärenstark zurück

Insgesamt leistete sich New England - Sebastian Vollmer spielte als Right Tackle nicht mehr als solide - drei Ballverluste und konnte dem Angriff der Chiefs zu keinem Zeitpunkt Paroli bieten.

Der nach Knöchelproblemen zurückgekehrte Running Back Jamaal Charles verbuchte 92 Yards sowie einen Touchdown am Boden und fing auch noch zwei Touchdowns von Quarterback Alex Smith (20 von 26 für 248 Yards).

"Der Coach wollte sehen, wie es läuft. Ich war endlich wieder ich selbst, also hat er mich im Spiel gelassen", kommentierte Charles sein glänzendes Comeback.

Chiefs stellen Lautstärke-Rekord auf

Die Gäste konnten den Spielmacher nie unter Druck setzen und so nahm er Belichicks Defense genüsslich auseinander. Bereits zur Pause standen 303 Yards zu Buche - Negativrekord für die Trainerlegende.

Beide Teams weisen nun zwei Siege und zwei Niederlagen auf. Die Chiefs krönten ihren ersten Heimsieg nach zuvor vier Pleiten in Folge auch noch mit einem Weltrekord.

Die Fans machten das Arrowhead Stadium mit 142,2 Dezibel zur lautesten Freiluft-Sportarena. Die Seattle Seahawks hatten 2013 mit 137,6 die alte Marke aufgestellt.