Die Western Conference wird zum Tummelplatz der Stars © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/Getty Images/iStock

München - Ein NBA-Superstar nach dem anderen wechselt vom Osten in den Westen. Mitschuld an der Massenflucht trägt LeBron James. Die Mavericks sehnen sich in den Osten.

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Alles wäre so viel einfacher für die Mavericks, wenn man die Stadt Dallas um 2000 Kilometer in den Osten versetzen würde - davon ist zumindest Mavs-Eigner Mark Cuban überzeugt.

"Wir befinden uns im Umbruch. Wären wir im Osten, würden wir dies nicht tun. Dann würden wir die Dinge komplett anders handhaben. Ich denke, ich werde Adam Silver (NBA-Commissioner, Anm. d. Red.) kidnappen und ihn nicht freilassen, bis er uns in den Osten lässt", scherzte Cuban bei ESPN.

So wie man den Boss von Dirk Nowitzki kennt, wird dieser wirklich bereits überprüft haben, ob es eine Möglichkeit gibt, dass die Mavericks demnächst in der Eastern Conference mitspielen dürfen.

Dallas muss Neuaufbau wagen

Da selbst der findige Cuban an dieser Aufgabe scheitern wird, bleibt Dallas jedoch nichts anderes übrig, als einen Neuaufbau zu wagen. Das weiß auch Cuban: "Schaut man sich an, wo wir stehen, wo die Warriors stehen und was im Westen passiert, ist es klar, dass wir das tun müssen."

Die Teams im Westen sehen sich dem Problem gegenüber, dass mit den Golden State Warriors, den San Antonio Spurs und den Houston Rockets die drei vordersten Plätze quasi fix vergeben sind.

Auch die Oklahoma City Thunder dürften mit den Superstars Russell Westbrook und Neuzugang Paul George für die anderen Teams kaum zu schlagen sein - der Rest im Westen kann sich um die Ränge fünf bis acht balgen, nur um kurz darauf in der ersten Playoff-Runde zu scheitern.

Superstars zieht es in den Westen

Dennoch zieht es immer mehr Superstars in die Western Conference. So wechselten in diesem Sommer - mit Ausnahme von Gordon Hayward, der sich für die Boston Celtics entschied - alle Topstars in den Westen.

Laut einem NBA-Ranking von ESPN spielen nun 13 der 14 besten Spieler der Liga im Westen - LeBron James von den Cleveland Cavaliers bildet die einzige Ausnahme.

Bereits in der vergangenen Saison haben die Teams aus dem Osten im Schnitt nur 45 Prozent ihrer Spiele gegen den Westen gewonnen. Im kommenden Spieljahr wird die Schere zwischen Westen und Osten sehr wahrscheinlich noch weiter auseinandergehen. 

LeBron schuld an Massenflucht

Zahlreiche Experten glauben, dass auch die erdrückende Dominanz von LeBron damit zu tun hat, dass einige Superstars aus dem Osten in den Westen fliehen. Sieben Finals in Folge hat der viermalige MVP mit seinen Teams Cleveland Cavaliers und Miami Heat erreicht.

Mit den Chicago Bulls, Atlanta Hawks und Indiana Pacers haben nun drei Teams in den Rebuild-Modus geschaltet, nachdem sie jahrelang verzweifelt versucht hatten, die Übermacht von James zu brechen.

Durch die Abgänge von Jimmy Butler (verließ Chicago), Paul Millsap (verließ Atlanta) und Paul George (verließ Indiana) haben drei der größten Superstars in dieser Free Agency den Osten verlassen und sind in die Western Conference gewechselt.

Irving will aus LeBrons Schatten

Doch LeBron treibt nicht nur Stars aus anderen Teams in den Westen - inzwischen ergreifen sogar Teamkollegen wie Superstar Kyrie Irving die Flucht. Medienberichten zufolge will Irving bei den Cavs nicht mehr länger im Schatten von LeBron stehen.

Das Tischtuch scheint zerschnitten, weshalb ein Trade noch vor Saisonbeginn wahrscheinlich ist. Neben den New York Knicks und Miami Heat sollen mit den San Antonio Spurs und Minnesota Timberwolves dabei auch zwei Teams aus dem Westen zu Irvings bevorzugten Trade-Teams gehören.

Auch Knicks-Superstar Carmelo Anthony könnte sich noch dem Westen anschließen. Anthony steht angeblich vor einem Wechsel zu den Rockets.

Playoff-Platz im Westen ungleich schwerer

Während im Osten womöglich ein oder zwei Teams die Playoffs mit unter 40 Siegen erreichen, werden im Westen Teams leer ausgehen, die im Osten ohne Probleme die K.o.-Phase erreichen würden - dazu könnte auch Dallas zählen.

In Sachen Rebuild sollten sich die Mavs daher die Philadelphia 76ers zum Vorbild nehmen. Nach jahrelangem Tanking haben die Sixers ein Team voller hochtalentierter Spieler, das in einigen Jahren um den Titel mitspielen könnte.

Sollte der Rebuild scheitern, könnte der extrovertierte Cuban überlegen, die Franchise doch an die Ostküste zu verlegen - immerhin ist Pittsburgh seine Heimatstadt.

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