Mit dem Trade von Chris Paul zu den Rockets hat die Free Agency in der NBA schon jetzt ihr erstes Highlight © SPORT1-Grafik: Eugen Zimmermann/ Getty Images/ Picture Alliance

Ab dem 1. Juli dürfen Teams mit Free Agents verhandeln. Doch was bedeutet das - und welche Möglichkeiten haben Spieler und Teams? SPORT1 klärt auf.

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Die Offseason der NBA ist wie die Transfermarkt-Phase im Fußball - meist entscheidet sich hier, wer am Ende den Titel gewinnt.

Doch in der Free Agency fallen oft Fachbegriffe, die nicht für Jedermann verständlich sind. SPORT1 bringt Licht ins Dunkel und zeigt, wie die Verhandlungsphase zwischen Teams und Spielern abläuft. Außerdem werden die wichtigsten Begriffe erklärt. (Der NBA-Transfermarkt im Ticker)

Free Agent: Ein Spieler, dessen Vertrag ausgelaufen ist. Teams dürfen ab dem 1. Juli (Beginn der Free Agency) offiziell mit Free Agents verhandeln, eine Unterschrift ist erst nach dem "Moratorium" ab dem 7. Juli möglich. Hinter den Kulissen werden Verpflichtungen trotzdem bereits im Vorfeld in die Wege geleitet. Es gibt zwei Arten von Free Agents.

Unrestricted Free Agent: Der Profi kann frei entschieden, welchem Team er sich nach seinem Vertragsende anschließt. Bestehende Klauseln können ihre Entscheidung beeinflussen. Auch ein nicht gedrafteter Spieler - also ein Talent, das bei der jährlichen Auswahl durch die NBA-Teams leer ausgegangen ist - gehört zu dieser Kategorie.

Restricted Free Agent: Jedes Team der Liga kann einem solchen Spieler, dessen Vertrag ausläuft, Angebote unterbreiten (ein sogenanntes Offer Sheet). Das bisherige Team des Spielers hat aber die Option, innerhalb von sieben Tagen mit den Angeboten gleichzuziehen (matchen) und den Spieler so weiter an sich zu binden. In der NBA kann ein Spieler unter bestimmten Voraussetzungen ein Restricted FA werden - in der Regel sind das Spieler mit vier Jahren oder weniger NBA-Erfahrung.

Salary Cap: Unter dem Salary Cap versteht man die Gehaltsobergrenze. Die entscheidet, wie viel Gehalt ein Team insgesamt an seine Spieler auszahlen darf. Durch Ausnahmeregelungen ist diese aber dehnbar, vor allem, um Teams Vertragsverlängerungen mit ihren Stars zu ermöglichen. Für die Saison 2017/18 soll der Salary Cap bei 99 Millionen Dollar liegen.

Buyout: Ein Team einigt sich mit einem Spieler auf eine Vertragsauflösung. Anschließend kann der Spieler bei einem anderem Team - meist einem Titelkandidaten - für weniger Geld unterschreiben. Das bisherige Team muss dem Spieler zwar weiterhin das garantierte Gehalt zahlen, allerdings wird der Salary Cap dadurch nicht mehr belastet. So kann das Team wieder in neue Spieler investieren.

Team Option: Eine Franchise hat die Möglichkeit, einen Spieler für ein weiteres Jahr an sich zu binden, ohne einen neuen Vertrag auszuhandeln. Gleichzeitig kann man die Option verfallen lassen, dann wird der Spieler zum Unrestricted Free Agent. 

Player Option: Ein Spieler kann sich für ein weiteres Jahr an sein bisheriges Team binden – beispielsweise, weil ihm dadurch ein weiteres lukratives Vertragsjahr garantiert wird. Lässt er die Option fallen, wird er zum Unrestricted Free Agent. Spieler, wie beispielsweise Dirk Nowitzki, nutzen diese auch, um einen weniger lukrativen Vertrag auszuhandeln. Mit der Ansage an sein Team, das gesparte Geld für einen weiteren Star-Einkauf einzusetzen, um das Team besser zu machen.  

Bird Rights: Ein Spieler kann bei seinem Team mehr Geld erhalten als bei einem neuen. Die nach Larry Bird benannten Rechte betreffen einen Spieler, der drei Jahre für ein Team gespielt hat, ohne entlassen zu werden oder als Free Agent bei einem anderen Team zu unterschreiben. Somit soll ein längerer Verbleib eines Spielers bei einem Team ermöglicht werden. Denn die Bird Rights erlauben es der Franchise, bei der Vertragsverlängerung die Gehaltsobergrenze zu überschreiten.

Celtics V Lakers
Larry Bird (beim Wurf) spielte 13 Jahre lang für die Boston Celtics. Nach ihm wurde sogar eine Trade-Regel benannt © Getty Images

Trade: Ein Handel zwischen mindestens zwei Franchises, bei dem Spieler, Draftpicks, Spielerrechte und/oder Geld zwischen den Teams getauscht werden.

Sign-and-Trade: Es ist verboten, einen Free Agent eines anderen Teams unter Vertrag zu nehmen und diesen dann sofort zu traden. Allerdings kann ein Team mit seinem eigenen Free Agent verlängern, nur um diesen dann zu einem anderen Team zu schicken. Teams können so noch einen Gegenwert für einen Spieler erhalten, der womöglich nicht geblieben wäre. Der Tradepartner wiederum muss sich nicht auf ein Wettbieten mit anderen Teams einlassen, sondern erhält den Wunschspieler sicher.

Maximumvertrag: Der höchstmögliche Vertrag, den ein Spieler unterschreiben kann. Er richtet sich nach dem Salary Cap und der Dauer, die ein Spieler in der Liga ist. Ein Spieler in den ersten sechs Jahren darf maximal 25 Prozent des Caps belegen, ein Spieler zwischen seinem siebten und neunten Jahr 30 Prozent und der Vertrag eines Spielers, der mindestens zehn Jahre in der NBA aktiv ist, darf sogar 35 Prozent des Caps belasten.

Minimumvertrag: Die dritte Möglichkeit für Teams über dem Cap ist das Minimumgehalt (Vertragsdauer: maximal zwei Jahre). Es wird in der kommenden Saison auf 2,3 Millionen Dollar prognostiziert, wobei das Gehalt in Verbindung mit der NBA-Erfahrung des Spielers steht. 

Luxussteuer: Durch zahlreiche Ausnahmeregelungen ist es einem Team möglich, den Salary Cap fast unbeschränkt zu überbieten. Um die Teams davon abzuhalten, verlangt die NBA eine Luxussteuer genannte Abgabe, wenn der Salary Cap deutlich überschritten wird.

Amnesty-Regel: Sie gibt jedem Team pro Saison die einmalige Möglichkeit, genau einen Spieler zu entlassen und ihn so aus der Berechnung der Luxussteuer auszuschließen. Der Klub muss dem entlassenen Spieler sein Gehalt weiter in voller Höhe bezahlen, dieses zählt aber nicht mehr für den Salary Cap.

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