München - LeBron James klettert in der ewigen NBA-Scorerliste auf Platz sieben. Die Cavs schlittern unter den Augen von Bastian Schweinsteiger trotzdem weiter in die Krise.

von Michael Prieler

LeBron James hat seinen Legendenstatus eindrucksvoll untermauert, ist mit 28.599 NBA-Punkten vorbei an Shaquille O'Neal auf den siebten Platz der ewigen Scorerliste gezogen - und liegt jetzt nur noch einen Platz hinter Dirk Nowitzki.

Seine Cleveland Cavaliers befinden sich nach der dritten Niederlage in Folge, die gleichzeitig die zehnte Pleite bei nur sechs Siegen im März war, allerdings weiter im freien Fall.

Miserables drittes Viertel

Gegen die Chicago Bulls, bei denen der deutsche NBA-Profi Paul Zipser in der Startformation stand, in 22 Einsatzminuten aber nur vier Punkte sammelte, unterlag der Meister 93:99 (50:41).

Zipser enttäuschte nach zuletzt starken Auftritten mit einer Trefferquote von nur 25 Prozent. Der Heidelberger traf unter den Augen von Chicagos neuem MLS-Star Bastian Schweinsteiger und Ehefrau Ana Ivanovic keinen seiner drei Distanzwürfe. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US)

Den Ausschlag für die nächste Niederlage des Meisters gab ein miserables drittes Viertel, das Cleveland mit 21:37 abgab. Im Schlussviertel konnten Rekordmann James und Co. den Rückstand dann nicht mehr umbiegen.

Bulls gewinnen alle vier Saisonspiele

Auf Seiten der Bulls überragte Nikola Mirotic mit 28 Punkten und zehn Rebounds. Schon im Spiel zuvor gegen die Bucks hatte der Montenegriner 28 Zähler aufgelegt. Gegen Cleveland krönte Mirotic endgültig seinen besten Saisonmonat.

Chicagos All-Star Jimmy Butler steuerte 25 Punkte bei, obwohl er sich im Laufe des Spiels am Auge verletzte. Auch Rajon Rondo (15 Assists, neun Rebounds) und Robin Lopez (zehn Punkte, elf Rebounds) legten einen starken Auftritt für die Bulls aufs Parkett, die nun alle vier Saisonspiele gegen die Cavaliers gewonnen haben. (Ergebnisse und Spielplan)

Für Cleveland schwang sich der viermalige MVP James mit 26 Punkten standesgemäß zum Topscorer auf. 23 Zähler hatte "King James" benötigt, um mit O'Neal in der ewigen Bestenliste gleichzuziehen, nachdem er in dieser Saison bereits Hakeem Olajuwon, Elvin Hayes und Moses Malone überholt hatte.

Keine Unterstützung von der Bank

Sieben Minuten vor Schluss war es dann so weit. Mit einem einfachen Layup ließ James den heutigen TV-Experten O'Neal hinter sich. Der ärgerte sich in den sozialen Medien humorvoll.

Mit zehn Rebounds vervollständigte "King James" sein Double-Double in der Rekordnacht. Point Guard Kyrie Irving steuerte 20 Zähler bei. Kevin Love verabschiedete sich nach seinem sechsten Foul bereits nach 21 Einsatzminuten. Der Rest der Cavaliers, gerade die Bankspieler, hielt sich ebenfalls höflich zurück.

"Wir sind momentan einfach in einer Ergebniskrise. Ich bin nicht unzufrieden mit unserem Einsatz. Aber die Ergebnisse stimmen nicht und das müssen wir ändern", zog James nach der Niederlage bei ESPN Bilanz. Und fügte kämpferisch hinzu: "Morgen ist ein neuer Tag, eine neue Chance. Aber wir müssen an uns arbeiten und wir haben nicht viel Zeit."

Cavs verlieren Tabellenführung

Durch die dritte Niederlage in Folge verpassten es die Cavaliers (47-27), die Tabellenführung der Eastern Conference von den Boston Celtics (48-27) zurückzuerobern. Sollte sich der Meister in den verbleibenden acht Saisonspielen nicht fangen, droht sogar der Absturz auf den vierten Platz. (Die Tabellen der NBA)

Die Washington Wizards (46-29) und auch die Toronto Raptors (45-30) befinden sich in Lauerstellung.

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Die Bulls rücken dank ihres 36. Saisonsiegs dagegen wieder näher an die Playoff-Plätze. Auf Platz neun trennt den sechsmaligen Meister nur noch ein Sieg von den Indiana Pacers und den Miami Heat.

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