Thon Maker (r., mit NBA-Commissioner Adam Silver) Milwaukee Bucks Donald Trump
Thon Maker (r., mit NBA-Commissioner Adam Silver) wurde 2016 von den Milwaukee Bucks an Position 10 gedraftet © Getty Images

München - NBA-Center Thon Maker ist im Sudan geboren. Das von Donald Trump verhängte US-Einreiseverbot versetzt seinen Klub Milwaukee und dessen Fans in Aufruhr.

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Das von US-Präsident Donald Trump verhängte US-Einreiseverbot für Menschen aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern versetzt auch die NBA in Aufruhr.

Thon Maker, im Sudan geborener Nachwuchs-Center der Milwaukee Bucks, spielte am Freitag mit seinem Team bei den Toronto Raptors. Trumps Dekret löste Sorge aus, ob Maker die Rückreise aus Kanada nicht erlaubt sein könnte (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US ).

Die Bucks reagierten am Samstag auf zahlreiche Fan-Anfragen zum Nummer-10-Pick des Draft 2016 - und verknüpften es mit indirekter Kritik an Trump.

Emotionaler Appell der Bucks

"Ich verstehe die zahlreichen Gedanken und Gebete der Fans für Thon", schrieb Vize-Präsident Alexander Lasry auf Twitter - um dann zu beruhigen: "Heute wird ein sudanesischer Flüchtling, der vor Unterdrückung geflohen ist und ein unglaublicher junger Mann ist, sein zweites NBA-Spiel von Beginn an bestreiten."

Lasrys Vater, Klubbesitzer Marc Lasry, war selbst aus Marokko in die USA eingewandert. Sein Sohn ergänzte in Anspielung auf Trumps Wahlkampfmotto: "Er ist ein Symbol für das, was Amerika groß macht und woran alle Einwanderer in Bezug auf Amerika glauben. Wir müssen die Geschichten der unglaublichen Einwanderer und Flüchtlinge, die Amerika groß machen ("who make America GREAT"), weiter verbreiten."

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Der 19 Jahre alte Maker verlor in der Nacht zum Sonntag mit 108:112 gegen die Boston Celtics. Der 2,16-Meter-Hüne konnte ungehindert dorthin reisen, wohl weil er auch über die australische Staatsbürgerschaft verfügt: Seine Familie war 2002 dorthin geflohen. Auch der ebenfalls im Sudan geborene Luol Deng von den Los Angeles Lakers hat einen zweiten Pass, den britischen.

NBA hakt beim Ministerium nach

Nichtsdestotrotz ist die NBA offensichtlich in grundlegender Sorge über die Konsequenzen des Beschlusses (Spielplan und Ergebnisse der NBA).

"Wir haben uns mit dem Außenministerium in Verbindung gesetzt und sammeln Informationen, um zu verstehen, inwiefern das Dekret die Spieler unserer Liga betrifft, die aus den besagten Ländern stammen", hielt Liga-Sprecher Mike Bass in einem Statement fest.

Er fügte hinzu: "Die NBA ist eine globale Liga und wir sind stolz darauf die besten Spieler aus aller Welt anzulocken."

Trump hatte verfügt, dass Bürger aus Iran, Sudan, Syrien, Libyen, Somalia, Jemen und Irak in den nächsten 90 Tagen nicht mehr in die USA einreisen dürfen. Flüchtlingen weltweit wurde die Einreise für 120 Tage untersagt, syrischen Flüchtlingen auf unbestimmte Zeit.

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