Jose Abreu spielt seit 2014 für die Chicago White Sox
Jose Abreu spielt seit 2014 für die Chicago White Sox © Getty Images

In dem Skandal um Menschenhandel in der MLB kommen neue Fakten ans Licht. Ein Profi legt ein Geständnis ab - und verblüfft mit einer kuriosen Anekdote.

Jose Abreu ist den meisten Baseball-Fans spätestens seit seiner Auszeichnung zum Rookie des Jahres 2014 ein Begriff.

Durch ein kurioses Geständnis könnte er nun auch in der breiteren Öffentlichkeit bekannter werden. Denn der First Baseman aß vor seiner Einreise in die USA 2013 seinen gefälschten Pass. Der Kubaner von den Chicago White Sox erklärte dies bei einem Prozess um den Schmuggel-Skandal vor dem Bundesgericht in Florida.

"Stück für Stück" habe Abreu, der sich dazu ein Bier gönnte und selbst das Foto verspeiste, die erste Seite seines Passes geschluckt: "Ich konnte doch nicht mit einem gefälschten Pass in die USA einreisen."

Denn sein Ziel war die Unterzeichnung seines Vertrages bei den White Sox, der ihm über sechs Jahre 68 Millionen Dollar einbringt. Und dafür musste er eine Deadline einhalten.

Abreu im Prozess nur Zeuge

Beim Prozess in den USA steht Abreu allerdings nicht im Fokus, er ist nur ein Zeuge im Schleuserskandal um kubanische Spieler. Der bekannte Spielerberater Bart Hernandez und Baseball-Trainer Julio Estrada wurden wegen Menschenhandels und Verschwörung angeklagt. SPORT1 hatte bereits im Februar 2016 über Hernandez' Verhaftung berichtet.

Zu Estrada hatte Abreu ein enges Verhältnis. Im vergangenen Sommer überwies er ihm laut ESPN nach Bekanntwerden von Estradas Beteiligung im Schmuggel-Skandal 25.000 Dollar pro Monat - aufgrund der "hohen Wertschätzung", die Abreu für Estrada habe. Zudem überwies er dessen Frau Geld.

Spieler flohen im Auto-Kofferraum

Estrada und Hernandez sollen einen Ring errichtet haben, der kubanische Spieler in dritte Länder brachte, wo sie wiederum lukrative MLB-Verträge unterschreiben könnten. Beide zogen Profit aus den Deals ihrer Klienten, die sie nun aber zurückzahlen mussten.

Seit der Aufnahme zarter diplomatischer Beziehungen der USA mit dem kommunistischen Land hofft die MLB auf eine Ausnahmeregelung des Wirtschaftsembargos. Ob diese Hoffnung unter dem neuen Präsidenten Donald Trump wächst, darf bezweifelt werden. Allein 2015 waren rund 130 Spieler aus Kuba geflohen - teilweise auf Booten nach Miami oder sogar im Kofferraum von Autos über Panama und Mexiko.

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