Moritz Wagner kämpft mit Michigan um den Einzug ins Elite Eight
Moritz Wagner kämpft mit Michigan um den Einzug ins Elite Eight © SPORT1-Grafik Philipp Heinemann / Getty Images

München - Moritz Wagner rockt mit Michigan March Madness und verzückt NBA-Experten. Vor dem Achtelfinale (0.05 Uhr LIVE auf SPORT1 US) will er bei SPORT1 mehr.

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Es ist eine Feel-good-Story, wie sie Amerikaner lieben:

Die Michigan Wolverines kommen beim Startbahn-Crash ihres Flugzeugs Anfang März mit dem Schrecken davon, raufen sich zusammen, gewinnen erst das Big-Ten-Tournament und rocken jetzt als Cinderella auch March Madness, wo sich das an Nummer 7 gesetzte Team bis Sweet 16 vorgekämpft hat und mittlerweile als Titelkandidat gilt.

Und mittendrin bei der wilden Achterbahnfahrt: der Berliner Moritz Wagner.

Mit seiner Karrierebestleistung von 26 Punkten gegen die Louisville Cardinals hat der 19-Jährige sein Team erst ins Achtelfinale um die Krone im College Basketball geführt - heute Nacht gegen die Oregon Ducks (ab 0.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM) soll der nächste Schritt gelingen.

"Wir sind hungrig", fiebert Wagner vor dem Duell bei SPORT1: "Wir hatten eineinhalb Tage, den Sieg gegen Louisville zu genießen. Aber wir wissen auch, dass wir noch lange nicht fertig sind."

Wagner ist nach seinem grandiosen Auftritt gegen Louisville einer der Shooting Stars des Turniers. Bei ESPN gibt er der Cinderella Michigan ein Gesicht und bekommt auch von NBA-Experten großes Lob.

NBA-Experte Ford lobt Wagner

"Wagner hat heute eine Menge Dollars gemacht", twitterte Draft-Experte Chad Ford von ESPN nach dem 26-Punkte-Spiel des 19-Jährigen am Freitag: "Mega Spiel gegen die Athleten von Louisville, sehr wichtig für die Scouts."

Das Spielerprofil, das der Fachmann zu Wagner verfasst, strotzt dann auch nur so vor Potenzial: "Versiert, 2,11 Meter lang, mobil, kann werfen, erst 19 Jahre alt".

In der ESPN-Rangliste der Top-Talente für den NBA-Draft beförderte Ford Wagner in der Folge sogar in die Zwanziger, was einem Pick in der ersten Runde entspräche. "Ich traue mir immer das Beste zu. Das Karriereziel ist natürlich immer die NBA - schon mein ganzes Leben lang", sagte Wagner bereits vor dem Turnier bei SPORT1.

Tatsächlich zeigte er bei seiner 26-Punkte-Explosion, mit der er in die Fußstapfen des früheren NBA-Star Chris Webber 1993 trat, nahezu das komplette Paket: Der Big Man punktete im Pick-and-Roll, mit ausgereifter Fußarbeit und Spinmove nach dem Post-up, schoss sein Team mit einem entscheidenden Dreier zur Führung in der Schlussphase und machte persönlich nach einer Wurffinte mit einem Drive den Deckel drauf.

"Das Spiel gegen Louisville war stark. Ich bin stolz darauf, wie geschlossen wir aufgetreten sind", erklärt er bescheiden und fiebert dem nächsten Auftritt beim "Big Dance" entgegen: "Ich kann es kaum erwarten, wieder mit meinen Teammates auf dem Court zu stehen. Das macht - wie man sich wahrscheinlich gut vorstellen kann - gerade großen Spaß."

Wagner auch im Duell mit Oregon ein X-Faktor

Ihm dürfte auch gegen Oregon im Sweet 16 wieder eine wichtige Rolle zukommen. Die Ducks sind nach dem Ausfall von Big Man Chris Boucher, der sich vor March Madness das Kreuzband gerissen hat, auf den großen Positionen dünn besetzt.

Dadurch sind die Ducks gezwungen, vermehrt klein zu spielen und sich auf die Flügel Tyler Dorsey, Dillon Brooks und Dylan Ennis (der nach dem Vorbild von Dennis Schröder einen blonden Fleck im Haar trägt) zu stützten. Hier könnte "Moe Weezy", wie ihn die Teamkollegen nennen, erneut seine körperlichen Vorteile ausspielen.

Ducks-Coach Dana Altman lobt bereits in höchsten Tönen: "Was Wagner offensiv anstellt, ist wirklich einmalig und etwas Besonderes. Michigan ist ein außergewöhnliches Offensivteam."

Mit dem Rücken zur Wand

Aber auch wenn sich die Ducks in der zweiten Runde gegen Underdog Rhode Island beim 75:72 schwer taten, ist auch Wagner gewarnt. "Oregon ist ein sehr talentiertes Team. Vor allem offensiv. Das wird eine harte Nuss", meint der Berliner.

Mit einem Sieg könnten Wagner und die Wolverines weiter auf den Spuren eines anderen Berliners wandeln, der von Setzplatz 7 (wie Michigan in diesem Jahr) mit seinem Team bis zur Meisterschaft marschierte: Niels Giffey.

An eine Wiederholung des Triumphs seines Landsmanns will Wagner aber noch lange nicht denken.

"Wir sind wieder mit dem Rücken zur Wand. Das wird unsere Einstellung sein", stellt der Big Man vor dem nächsten "Win-or-go-home"-Spiel klar. Mit dieser Mentalität sind sowohl Wagner als auch die Wolverines bisher gut gefahren. Die Cinderella-Story kann also weitergehen.

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