München - Der Modeste-Poker erfährt eine neuerliche Wendung. Kölns Manager Schmadtke bestätigt Verhandlungen. Der Deal scheint fix zu sein. Darum geht Modeste jetzt doch.

von Johannes Fischer

Seit Wochen hält Anthony Modeste den 1. FC Köln in Atem. Er geht! Nein, er bleibt! Und jetzt? Geht er wohl doch!

Seit Donnerstagabend gibt es Berichte, wonach der chinesische Erstligist Tianjin Quanjian 35,7 Millionen Euro für den Stürmer bezahlen will. 

"Noch nichts unterschrieben"

Kölns Geschäftsführer Jörg Schmadtke bestätigte SPORT1: "Es ist noch nichts unterschrieben, aber es gibt Verhandlungen."

Heißt: Der Poker um den Torjäger, der sich jetzt schon seit Winter hinzieht, wird allem Anschein nach mit einem Transfer enden. SPORT1 erklärt, warum Modeste jetzt doch noch geht. 

Rückblick: Vor rund einer Woche stand der Deal noch kurz vor dem Scheitern.

30. Juni: Modeste treibt sich ohne Erlaubnis des Vereins in China herum und verärgert damit die FC-Führung. Auch Tianjin Quanjian verhält sich nicht nach den Vorstellungen der Kölner.

Die Folge: Schmadtke lässt die Verhandlungen platzen. Der Klub teilt mit, es habe "keine Einigung aller Parteien für einen möglichen Transfer erzielt" werden können.

Modeste betont Vereinstreue

Streitpunkt sollen Forderungen von Beratern gewesen sein. Und dass Tianjin die ausgehandelten Ablösesumme in Raten zahlen will. Dem FC-Geschäftsführer gefällt der Verhandlungsstil der Chinesen nicht. 

Schon zu einem früheren Zeitpunkt nimmt Schmadtke Kontakt zu Tianjin-Trainer Fabio Cannavaro auf, bittet ihn persönlich darum, "dass er mir die Leute vom Hals halten soll. Einmal nein heißt nein."

Die abgebrochenen Verhandlungen bringen Modeste, der bereits einen Medizincheck in China absolviert hat, in Rage.

Er wirft dem Klub vor, ihn in Wirklichkeit loswerden zu wollen. "Hat irgendjemand gehört, dass ich gesagt habe, dass ich weg will? Niemals! Ich kann erhobenen Hauptes sagen, dass ich diesen Verein liebe", bekräftigt er in der Bild am Sonntag - und bringt damit seinen Vorgesetzten gegen sich auf. 

3. Juli: Schmadtke spricht bei SPORT1 über Modestes Reaktion: "Die Aussagen haben mich ein Stück weit überrascht. Es wurden Dinge gesagt, die nicht so ganz passen, so ist die Sache sicher nicht ganz rund."

Beim Trainingsauftakt am gleichen Tag lässt sich Modeste von den Fans feiern. Viele von denen haben auf einmal wieder Hoffnung, dass der 25-Tore-Mann doch bleibt.

Neue Wende der endgültige Durchbruch?

Aber die Chinesen - und auch Modeste - lassen nicht locker. Die angeblich gebotenen 35 Millionen Euro wären für den FC und Geschäftsführer Schmadtke der größte Deal der Vereinsgeschichte. Geld, das sich der Klub eigentlich nicht entgehen lassen kann. 

In der Sache Modeste scheint wieder Bewegung zu kommen. Doch noch müssen die Chinesen Kölns Geschäftsführer überzeugen.

6. Juli: Die erneute Wende. Tianjin ist nach Informationen des Express jetzt bereit, die Ablösesumme in einem Schwung zahlen. Darauf haben die Kölner Verhandlungsführer bis zuletzt gepocht. Zudem muss der FC keine Berater-Honorare mehr überweisen. 

Von diesem Zugeständnis lässt sich offenbar auch Schmadtke überzeugen, auch wenn er vorsichtig bleibt: "Es gibt Gespräche, jetzt direkt mit den Chinesen. Aber wohin die führen, kann ich nicht sagen, dafür ist zuviel passiert", erklärte er dem Express.

Noch ein paar Unterschriften fehlen, dann hätte er durch den Modeste-Deal 35,7 Millionen Euro verdient. Wenn nicht ganz plötzlich noch eine weitere Wende daherkommt in diesem verrückten Wechsel-Poker. 

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