Carlos Tevez verdient angeblich 36 Millionen Euro im Jahr © Imago

München - Carlos Tevez ist in China zum Top-Verdiener aufgestiegen, hat nach kurzer Zeit aber schon große Zweifel an seinem Wechsel ins Reich der Mitte.

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Geld ist nicht alles im Leben - auch nicht für einen Profi-Fußballer.

Sinnbildlich dafür steht Carlos Tevez. Der Argentinier galt früher als europäischer Topstürmer und sorgte in der Premier League bei Manchester United und Manchester City für Furore. Doch 2015 kehrte der Stürmer zurück zu seinem Jugendklub Boca Juniors in seine argentinische Heimat.

49.000 Zuschauer feierten ihr Idol wie den Messias höchstpersönlich - es schien, als hätte der Stürmer sein Glück gefunden.

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Carlos Tevez wird bei seiner Vorstellung bei den Boca Juniors gefeiert © Getty Images

"Muss mich selbst finden"

Ein Jahr später dann der Schock für die Boca-Fans: Tevez wechselte nach China zu Shanghai Shenhua. Dort verdient der 33-Jährige jetzt angeblich 36 Millionen Euro im Jahr, ist damit der Top-Verdiener in der Welt des Fußballs.

Nach einem halben Jahr in China zweifelt der Angreifer aber bereits, ob sein Entschluss der richtige war.

"Wenn ich nicht hungrig nach Erfolg bin, ist es schwierig bei einem Klub zu bleiben. Ich muss mich selbst finden, um alles zu geben", sagte der Argentinier bei TyC Sports und deutete damit an, dass ihn das sportliche Niveau in China nicht weiterbringt.

Dafür sprechen auch seine bisherige Statistik. Ein Tor in sechs Spielen und Platz zwölf mit vier Punkten sind sicherlich nicht die Zahlen, die sich Tevez und auch Shanghai von dieser Verpflichtung erhofft haben.

Dabei war der Abgang vom Jugendklub in Richtung China nicht geplant: "Als das Millionen-Angebot aus China kam, sagte ich ab. Ich hatte nur Boca in meinem Kopf."

China-Wechsel war nicht geplant

Erst spät entschied sich Tevez zum China-Abenteuer: "Die finale Entscheidung fiel dann aber nach dem letzten Spiel mit Vane (Ehefrau von Tevez; Anm. d. Red.). Ich wollte den Verein nicht verletzen. Flor, meine älteste Tochter, kam in die Umkleide, um mir von einem Wechsel abzuraten. Doch ich tat genau das Gegenteil."

Der Abschied fiel dem 76-fachen Nationalspieler aber alles andere als leicht: "Ich habe Boca nicht verlassen, um sie zu verletzen. Als ich ging, störte mein Schweigen die Journalisten mehr als die Menschen. Die Presse wollte, dass ich mich verabschiede, aber sie sind anders. Für mich war das auch nicht einfach. Die Boca-Fans wollen mich immer in ihrem Trikot sehen."

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Carlos Tevez im Einsatz bei Shanghai Shenhua © Getty Images

Offiziell steht Tevez noch bis Ende 2018 bei Shanghai Shenhua unter Vertrag, doch seine Worte lassen erahnen, dass es schon bald eine Veränderung geben könnte. Tevez gibt sich noch ahnungslos, was seine Zukunft angeht: "Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich am Ende des Jahres machen werde."

Jedenfalls ist die Verbindung zu den Boca Juniors und besonders zu Eigentümer Daniel Angelici nie abgerissen. "Er behandelt mich wie einen Sohn und wir sprechen ein- oder zweimal die Woche miteinander. Ich bin ihm dankbar", so der Angreifer.

Aussagen, die klar machen, dass bei Tevez ein Umdenken stattgefunden hat - Geld ist nicht alles.

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