Day Four: The Championships - Wimbledon 2017
Alexander Zverev hatte mit Frances Tiafoe keine Mühe © Getty Images

Alexander Zverev besiegt einen US-Amerikaner klar. Zuvor muss sein Bruder Mischa lange zittern, ehe sein Sieg feststeht. Nun wartet auf ihn der Rasen-König.

Mischa legte zittrig vor, Alexander zog souverän nach: Die Zverev-Brüder sind in Wimbledon gemeinsam in die dritte Runde eingezogen.

Mischa (29) vermied das Aus in einem Tennis-Krimi gegen den Kasachen Michail Kukuschkin nur knapp und darf sich nun auf ein Duell mit Top-Favorit Roger Federer (Schweiz) freuen. Alexander (20) gewann souverän in 1:33 Stunden das Duell der Youngster gegen den 19 Jahre alten Amerikaner Frances Tiafoe mit 6:3, 6:4, 6:3.

Dem Weltranglistenzwölften aus Hamburg fehlt damit nur noch ein Sieg, um erstmals in seiner Karriere in die zweite Woche eines Grand-Slam-Turniers einzuziehen. Die deutsche Nummer eins trifft am Samstag auf Qualifikant Sebastian Ofner (Österreich).

"Es ist immer gut, zu Beginn eines Turniers schnell durchzukommen. Zweimal in drei Sätzen ist sehr, sehr schön", sagte Alexander Zverev: "Ich habe mich ziemlich gut gefühlt, habe gut aufgeschlagen und gut von der Grundlinie gespielt."

Einbruch nach Traumstart

Mischa Zverev erdrückte Kukuschkin anfangs mit seinem Angriffstennis. Selbst beim Aufschlag des Außenseiters ging Zverev sofort in die Offensive über, es bahnte sich eine Demonstration an.

Zverevs Eltern Irina und Alexander senior genossen die Aussicht auf der Terrasse des Millennium Building. Am Horizont glitzerte die Londoner Skyline im Licht der Mittagssonne, unter ihnen glänzte ihr ältester Spross auf dem Rasen. Sie waren wohl schon mit den Gedanken beim Abendmatch ihres zweiten Sohnes Alexander, als Mischa den Faden verlor.

Beim Serve-and-Volley kam er plötzlich einen Schritt zu spät, fabrizierte unerklärliche Fehler von der Grundlinie und verschwand nach dem Verlust des dritten Satzes für beinahe neun Minuten in den Katakomben. Besser wurde es dadurch jedoch nicht, im Gegenteil: Der sonst so abgeklärte Zverev fing an, mit sich zu hadern.

In seiner ersten Karriere, vor den zahlreichen Verletzungen und bevor der Durchbruch seines Bruders ihm selbst Aufschwung verlieh, hatte er zwei Fünfsatzmatches im entscheidenden Durchgang mit 0:6 verloren. Doch in diesem Jahr ist vieles anders. Bereits bei seinem Viertelfinaleinzug in Melbourne zu Beginn der Saison hatte er den US-Aufschlagriesen John Isner mit 9:7 im fünften Satz bezwungen.

Kukuschkin zeigt Schwächen

Dass er sich diesmal zu einem glücklichen Ende quälte, lag jedoch weniger an Zverevs Stärke als an Kukuschkins Schwäche. Zweimal lag Zverev ein Break vorne, schlug beim Stand von 5:3 zum Matchgewinn auf und brachte den Weltranglisten-118. doch noch einmal zurück ins Spiel. Ein einfacher Fehler Kukuschkins setzte nach 3:05 Stunden den Schlusspunkt unter eine seltsame Partie.

Am Samstag, wenn Zverev zum zweiten Mal nach 2008 in der dritten Runde von Wimbledon aufschlägt, muss er sich allerdings gewaltig steigern. Federer wird Zverev sicher keinen Traumstart genehmigen oder einen Einbruch verzeihen.

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