2017 French Open - Day Two
Alexander Zverev hat seine Erstrunden-Partie nicht zuende spielen können © Getty Images

Alexander Zverev legt am zweiten Tag der French Open einen Fehlstart hin - und wird dann von der Dunkelheit gestoppt. Carina Witthöft hält die deutsche Fanhne hoch.

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Die erste Runde von Paris wird für Hoffnungsträger Alexander Zverev zur Geduldsprobe. Nach einer Berg- und Talfahrt des Rom-Siegers wurde das Auftaktmatch des 20-Jährigen bei den French Open wegen Dunkelheit und Regen nach zwei Sätzen abgebrochen.

Die Partie des an Position neun gesetzten Zverev gegen Fernando Verdasco (Spanien) wird beim Stand von 4:6, 6:3 aus Sicht des Hamburgers am Dienstag fortgesetzt.

Licht und Schatten bei Zverev

Zuvor hatte Geheimfavorit Zverev, der in dieser Saison bereits zwei Sandplatzturniere gewonnen hat, auf dem Centre Court Licht und Schatten gezeigt. "Sascha steht für meinen Geschmack immer ein bisschen zu weit hinter der Grundlinie und hat noch nicht zu seinem Spiel gefunden", kritisierte Eurosport-Experte Boris Becker nach dem verlorenen ersten Satz. Doch Zverev steigerte sich und glich zum 1:1 nach Sätzen aus.

"Er hat in Rom gezeigt, dass er jeden schlagen kann. Jetzt muss er zeigen, dass er das auch über zwei Wochen durchhalten kann. Ich bin gespannt, ob er das hier zeigen kann", sagte DavisCup-Kapitän Michael Kohlmann zu SPORT1.

Grund zur Freude hatte auch Carina Witthöft, die als bislang einziger deutscher Tennisprofi in der zweiten Runde von Roland Garros steht. Insgesamt sind schon fünf Deutsche ausgeschieden - darunter am ersten Turniertag die topgesetzte Angelique Kerber.

Witthöft trotzt Verletzung

Die Weltranglisten-73. Witthöft ließ sich beim 2:6, 6:3, 6:3 gegen die an Position 25 gesetzte Lauren Davis (USA) auch von einer Adduktorenblessur nicht bremsen. Im Match um den Sprung in die dritte Runde von Roland Garros trifft Witthöft am Mittwoch auf Lokalmatadorin Pauline Parmentier (Frankreich/WTA-Nr. 81). Vier Tage nach dem Viertelfinal-Aus beim WTA-Turnier in Nürnberg, wo Witthöft gegen Barbora Krejcikova (Tschechien) fünf Matchbälle vergab, präsentierte sich die 22-Jährige in guter Verfassung.

Ausgeschieden sind indes Genf-Finalist Mischa Zverev und die frühere Paris-Halbfinalistin Andrea Petkovic. Zverev verlor zwei Tage nach seiner Endspielniederlage in der Schweiz saft- und kraftlos mit 6:4, 5:7, 2:6, 2:6 gegen den italienischen Qualifikanten Stefano Napolitano. Petkovic musste sich trotz harter Gegenwehr der besser platzierten Varvara Lepchenko (USA) mit 4:6, 6:3, 3:6 geschlagen geben.

"Die Beine waren schlapp" 

"Ich war nach den Tagen von Genf einfach müde, die Beine waren schlapp. Ich habe es schon gestern gemerkt - und auch heute morgen", sagte Mischa Zverev: "Ich habe viele leichte Fehler gemacht, es war einfach nicht mehr drin." Der Australian-Open-Viertelfinalist schaffte es damit auch im sechsten Anlauf nicht über die Auftakthürde in Roland Garros.

Fed-Cup-Spielerin Petkovic, 2014 noch Halbfinalistin in Paris, zeigte trotz der sechsten Erstrunden-Niederlage in Serie eine phasenweise ansprechende Vorstellung. "Ich bin von der Einstellung her auf einem guten Weg und habe das Gefühl, ich nehme den Kampf wieder an", sagte die Nummer 79 der Welt, die seit drei Wochen mit einem Sportpsychologen arbeitet: "Ich habe wieder Spaß an den schwierigen Situationen im Match und bin geduldig mit mir."

Favoriten geben sich keine Blöße

Der Serbe Novak Djokovic (Nr. 2) und Garbine Muguruza aus Spanien (Nr. 4) erfüllten Teil eins ihrer Mission Titelverteidigung erfolgreich. Djokovic gab sich beim 6:3, 6:4, 6:2 gegen Marcel Granollers (Spanien/ATP-Nr. 77 ) keine Blöße und bescherte seinem neuen Coach Andre Agassi einen guten Einstand.  

"Das kann gut klappen. Agassi hat in seinem Leben schon alles erlebt und kann Djokovic in jeder Situation unterstützen", meinte Kohlmann bei SPORT1 über das neue Duo. 

Das Projekt "Djokassi" ist zunächst nur auf die French Open begrenzt. "Dort werden wir herausfinden, in welche Richtung es geht", sagte der 12-malige Grand-Slam-Champion Djokovic. Muguruza setzte sich mit 6:2, 6:4 gegen die 36-jährige Francesca Schiavone (Italien) durch.

Der neunmalige French-Open-Champion Rafael Nadal machte derweil seinen ersten Schritt zum zehnten Titel. Der Sandplatzkönig aus Spanien feierte beim 6:1, 6:4, 6:1 gegen Benoit Paire (Frankreich) seinen 73. Sieg im 75. Match im Stade Roland Garros. 

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