Angelique Kerber steckt in der Formkrise. Können Boris Becker oder Steffi Graf helfen? © SPORT1-Grafik: Getty Images / Philipp Heinemann

München - Angelique Kerber steckt nach ihrem Erstrunden-Aus bei den French Open in der Krise. SPORT1 stellt Kandidaten vor, die Kerber helfen können.

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Angelique Kerber steckt in einer tiefen Formkrise. Als erste Nummer eins in der Geschichte der French Open scheiterte die Kielerin in der ersten Runde, bereits die 13. Niederlage in dieser Saison.

"Ich stecke im Tief, und irgendwas wird sich ändern müssen", erklärte die 29-Jährige nach der 2:6, 2:6 Niederlage gegen Jekaterina Makarowa. Dabei soll auch die Zusammenarbeit mit Erfolgstrainer Torben Beltz auf dem Prüfstand stehen. Möglich wäre auch, dass sich die Weltranglistenerste zusätzliche Hilfe holt.

Boris Becker forderte sogar einen sogenannten "Supercoach", der selbst einmal ein Weltklasse-Spieler war – dieser könnte auch als zusätzlicher Berater neben Beltz tätig sein.

SPORT1 nennt mögliche Kandidaten für den Trainerposten bei Angelique Kerber.

Steffi Graf

Die beste deutsche Tennis-Spielerin aller Zeiten verfügt über eine lange Liste an Erfolgen und hat als langjährige Weltranglistenerste die Erfahrung, wie man sich an der Spitze hält. Auch Becker empfiehlt Kerber die frühere Nummer eins, die auch schon als topgesetzte Spielerin in Runde eins scheiterte.

Ehemann Andre Agassi hat kürzlich das Traineramt bei Novak Djokovic übernommen, sodass ein gemeinsames Leben auf der Tour möglich wäre. Allerdings wäre dann ein Zusammenleben mit den beiden Kindern (15,13) schwierig. Daher scheint ein dauerhaftes Traineramt für Graf derzeit eher unwahrscheinlich.

Boris Becker

Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner empfiehlt Kerber Tennis-Legende Becker. Der mehrfache Wimbledon-Sieger hat bis zur vergangenen Saison Novak Djokovic trainiert. "Er weiß, wie man mit Druck umgehen kann und solche Situationen meistert", lobt Rittner den Leimener.

Becker hat auch konkrete Ideen, was sich bei Kerber ändern muss – allerdings hat der 49-Jährige noch keine Erfahrung im Frauen-Tennis.

Chris Evert

Die 18-fache Grand-Slam-Siegerin ist ein großer Kerber-Fan und gilt als beste Sandplatzspielerin aller Zeiten. Evert kennt sich durch die langjährige Arbeit als Fach-Kommentatorin eines US-Senders auf der Damen-Tour perfekt aus und betreibt eine eigene Tennis-Akademie. Doch ihr fehlt die Erfahrung als Trainerin.

Martina Navratilova

Neben Graf und Serena Williams zählt die Tschechin zu den besten Spielerinnen aller Zeiten. Navratilova hat Kerber in der Vergangenheit öfter wegen ihrer passiven Spielweise kritisiert und würde sicher an diesem Punkt zuerst ansetzen. Doch ein ähnlicher Versuch scheiterte bereits bei Navratilovas kurzer Zusammenarbeit mit der Polin Agnieszka Radwanska. Wie Kerber war Navratilova zudem Linkshänderin.

Kim Clijsters

Die Belgierin betreibt in ihrem Heimatland ihre eigene Tennis-Akademie und trainierte bereits ihre Landsfrauen Yanina Wickmayer und Kirsten Fipkens bei einigen Turnieren. Beim WTA-Turnier in Stuttgart kündigte die viermalige Grand-Slam-Siegerin Clijsters an, dass sie wieder öfter auf der WTA-Tour vor Ort sein möchte.

Die dreifache Mutter könnte bei den Grand-Slam-Turnieren gemeinsam mit Torben Beltz agieren und ansonsten telefonisch Kerber Ratschläge geben.

Justine Henin

Die siebenmalige Grand-Slam-Siegerin galt als intelligente Spielerin mit großem Spielverständnis und hat ebenfalls eine eigene Akademie. 2016 stand sie Elina Svitolina in beratender Funktion zur Seite, beendete die Zusammenarbeit aber wegen ihrer zweiten Schwangerschaft.

Svitolina legte zuletzt einen steilen Aufstieg hin und gilt als Mitfavoritin für die French Open. Henins zweites Kind kam allerdings erst Anfang Mai zur Welt – daher erscheint ein sofortiges Engagement unwahrscheinlich.

Was meinen Sie? Wer kann Angelique Kerber aus der Krise führen?

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