2017 Australian Open - Day 13
Serena Williams holte in Melbourne ihren 23. Grand-Slam-Titel © Getty Images

Serena Williams triumphiert bei den Australian Open und verdrängt Angelique Kerber wieder von Platz eins der Weltrangliste. Kerber würdigt die Leistung der 35-Jährigen.

Mit dem Triumph im Sister Act zur Unsterblichkeit: Serena Williams hat zum siebten Mal die Australian Open gewonnen und sich mit ihrem insgesamt 23. Grand-Slam-Titel zur alleinigen Major-Rekordhalterin der Open Era gekrönt.

Die 35-Jährige aus den USA gewann das allerdings auf schwachem Niveau stehende Finale von Melbourne mit 6:4, 6:4 gegen ihre Schwester Venus Williams und überflügelte Steffi Graf (22 Grand-Slam-Erfolge) endgültig.

Serena dankt ihrer Schwester

Nach ihrem Triumph fiel Serena Williams ihrer Schwester in die Arme. "Mein Dank gilt zuallererst Gott. Ich habe gebetet und gebetet, dass es klappt. Es war ein ganz hartes Turnier für mich", sagte Serena Williams und dankte bei der Siegerehrung ihrer 15 Monate älteren Schwester Venus: "Sie ist meine Inspiration. Sie ist der einzige Grund, warum ich hier stehe. Ohne Venus würde es die Williams-Sisters gar nicht geben."

Auch Venus Williams war gerührt und rief ihrer jüngeren Schwester zu: "Dein Sieg ist auch immer mein Sieg!"

Serena Williams kassierte für den Erfolg Down Under ein Preisgeld in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro. Nach 1:22 Stunden verwandelte die Weltranglistenzweite vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Rod-Laver-Arena ihren ersten Matchball und ist mit 35 Jahren und 125 Tagen die bislang älteste Major-Gewinnerin der Geschichte.

Gestürzte Kerber gratuliert

Durch ihren siebten Coup beim ersten Grand-Slam-Event der Saison seit 2003 wird die Wimbledonsiegerin am Montag auch wieder die Nummer eins der Welt sein. Williams wird Angelique Kerber von der Spitze des WTA-Rankings verdrängen, die den Platz an der Spitze am 12. September 2016 nach ihrem US-Open-Sieg erstmals und für insgesamt 19 Wochen übernommen hatte.

"Gratulation an Serena Williams für diesen großartigen Erfolg. Was für ein historisches Finale, beide sind wahre Champions", twitterte Kerber, die als Titelverteidigerin im Achtelfinale an Coco Vandeweghe (USA) gescheitert war.

Es war das erste Mal seit knapp acht Jahren, dass sich Serena und Venus Williams (36) wieder im Finale eines Grand-Slam-Turniers gegenüberstanden. Und im insgesamt 28. Sister Act seit 1998 war den Schwestern die große Anspannung deutlich anzumerken. In den ersten vier Spielen gab es gleich vier Breaks.

Serenas Schläger muss dran glauben

Vor allem die Favoritin, die das Match zuvor als "den Moment" ihrer beider Karrieren bezeichnet hatte, kam zunächst gar nicht in Tritt und zeigte große Schwächen beim Aufschlag. Ihre Gemütslage wurde deutlich, als Serena Williams nach einem glücklichen Netzroller von Venus ihr Racket zertrümmerte.

2017 Australian Open - Day 13
Serena Williams kassierte für das Zerstören ihres Schlägers im ersten Satz eine Verwarnung © Getty Images

Nach nur fünf Spielen hatte die siebenmalige Wimbledonsiegerin bereits 13 unerzwungene Fehler auf dem Konto und wirkte gehemmt. Ihr Verlobter Alexis Ohanian, ein millionenschwerer Internet-Unternehmer, blickte in der Box besorgt drein.

Niveauarmes Duell

Langsam fing sich Serena Williams dann aber und brachte nach dem Break zum 4:3 endlich ihre Service durch, das nun immer stabiler wurde. Bezeichnenderweise mit ihrem siebten Ass holte sich die Nummer zwei der Welt nach 41 Minuten den ersten Satz.

Das Niveau der von Fehlern auf beiden Seiten geprägten Partie konnte die Zuschauer allerdings nicht zufriedenstellen. Es herrschte eine seltsam emotionslose Stimmung auf den Rängen. Was sich auch im zweiten Durchgang nicht änderte. Längere Ballwechsel gab es kaum. Serena Williams gelang wie bereits im ersten Durchgang im siebten Spiel das vorentscheidende Break.

Das Frauen-Finale war das "älteste" Endspiel in der Open Era (seit 1968) - gemessen am kombinierten Alter der beiden Williams-Schwestern. Die Daphne-Akhurst-Trophäe wurde von der zweimaligen Australian-Open-Siegerin und gebürtigen Tschechin Hana Mandlikova überreicht.

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