Off Court At The 2016 Australian Open
Auch abseits des Tennis-Platzes sind die Zverev-Brüder ein Herz und eine Seele © Getty Images

Für Boris Becker liegt das Erfolgsgeheimnis der Zverev-Brüder in der Familie. Er lobt vor allem die Beziehung der beiden zueinander und traut ihnen noch viel zu.

Die Bruderliebe zwischen Mischa und Alexander Zverev ist nach Meinung des dreimaligen Wimbledonsiegers Boris Becker "so ein bisschen das Erfolgsgeheimnis der beiden".

Es sei "schön, die Zverev-Familie im Training zu erleben. Der Papa Alexander war ja russischer Davis-Cup-Spieler, er ist immer dabei, die Mama auch, sie ist eine unglaublich nette, warmherzige Frau. Das ist schon eine tolle Einheit", sagte Becker dem SID.

Der Achtelfinalsieg von Mischa Zverev gegen den Weltranglistenersten Andy Murray bei den Australian Open in Melbourne ist für Becker "die größte Sensation, größer noch als die Zweitrunden-Niederlage von Novak Djokovic gegen Denis Istomin".

Murray spiele "seit Monaten ein berauschendes Tennis, Mischa ist dagegen nie über die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers hinausgekommen, hier in Melbourne sogar nie über die zweite Runde." Für Murray sei die Niederlage "besonders bitter, er stand hier fünfmal im Finale, hat die Australian Open aber noch nie gewonnen", sagte Becker.

Zverev erinnert Becker an sich selbst

Die offensive Spielweise, mit der sich Linkshänder Mischa Zverev gegen den großen Favoriten Murray durchsetzte, erinnerte Becker ein wenig an seine eigene Karriere, in der auch er das Serve and Volley bevorzugte.

Es sei "vielleicht eine Art Ruf an die jungen Spieler, nicht immer an der Grundlinie zu kleben, sondern sich daran zu erinnern, dass man auch mit einem starken Aufschlag und einem guten Volley erfolgreich sein und gutes Tennis spielen kann".

Nach dem Coup gegen Murray gibt Becker dem 29-jährigen Mischa Zverev den Rat, immer nur an das nächste Match zu denken: "Wer Murray geschlagen hat, kann natürlich gegen jeden anderen Spieler auch gewinnen. Er darf trotzdem nicht so weit nach vorne denken, das macht einen nur unruhig." 

Dem zehn Jahre jüngeren Alexander gehöre derweil die Zukunft. "Er muss weiterhin konzentriert bleiben, seine Hausaufgaben im Training machen und cool bleiben, dann ist alles möglich für ihn", sagte Becker.

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