2017 Australian Open - Day 12
Rafael Nadal feiert seinen Finaleinzug bei den Australian Open © Getty Images

Im Endspiel der Australian Open kommt es zum Duell der früheren Dauerrivalen Rafael Nadal und Roger Federer. Der Spanier ringt im Halbfinale Grigor Dimitrow nieder.

Die Bühne ist bereitet für die Renaissance des Klassikers: Als das Retro-Finale von Melbourne nach einem knapp fünfstündigen Fünfsatzkrimi besiegelt war, ließ sich Rafael Nadal an der Grundlinie auf den Bauch fallen und konnte sein Glück kaum fassen.

"Das bedeutet mir so viel. Ich weiß gar nicht, wie ich meine Emotionen beschreiben soll. Ich bin einfach nur happy, aber auch müde", sagte der Spanier nach dem 6:3, 5:7, 7:6 (7:5), 6:7 (4:7), 6:4 im Halbfinale der Australian Open gegen Grigor Dimitrow (Bulgarien/Nr. 15).

Nun gegen Federer

Im Endspiel trifft Nadal am Sonntag (9.30 Uhr im LIVETICKER) im ewigen Klassiker auf seinen Dauerrivalen Roger Federer (Schweiz/Nr. 17). "Das ist ein Privileg und ein ganz besonderes Spiel für uns beide", sagte Nadal, nachdem er nach 4:56 Stunden gegen Dimitrow seinen dritten Matchball verwandelt hatte.

Der 14-malige Grand-Slam-Champion steht damit erstmals seit Juni 2014 wieder in einem Major-Finale. "Ich hätte nicht zu träumen gewagt, dass ich nach meiner Verletzung im vergangenen Jahr hier schon wieder so weit komme", jubelte der 30-Jährige.

Federer ringt Wawrinka nieder

Einen Tag zuvor hatte Grand-Slam-Rekordchampion Federer in fünf Sätzen seinen Landsmann und US-Open-Sieger Stan Wawrinka (Nr. 4) ausgeschaltet. Knapp sechs Jahre ist es her, dass sich Nadal und Federer (35) im Endspiel eines Majors gegenüberstanden:

Damals im Juni 2011 bei den French Open. In Roland Garros gewann Sandplatzkönig Nadal den Klassiker, den es bislang 34 Mal gegeben hat. 23 Mal siegte der Spanier, elf Mal der Schweizer.

Schweizer schwärmt von Nadal

Federer hatte sich Down Under als der "größte Fan" von Erzrivale Nadal geoutet. "Er ist ein unglaublicher Spieler. Rafa hat Schläge, die sonst niemand hat. Das macht ihn einzigartig und speziell", schwärmte Federer und meinte: "Ich habe in vielen Bereichen großen Respekt vor ihm."

Nicht zuletzt, weil sich Nadal nach Blessuren immer wieder zurückgekämpft hat. In seiner Karriere hat er insgesamt schon fast zweieinhalb Jahre verletzt pausieren müssen. Im vergangenen Jahr zwangen Nadal Probleme mit dem Handgelenk zu Pausen.

"Als ich von den French Open zurückziehen musste, saß ich weinend im Auto zurück ins Hotel", berichtete er. Auch Federer schwächelte und beendete bereits im Juni seine Saison vorzeitig.

Seit exakt einem Jahr hatten die beiden Superstars nicht mehr gemeinsam bei einem Major-Event aufgeschlagen. "Unser Sport hat die beiden vermisst. Sie sind Legenden, die Fans lieben sie", sagte der früh gescheiterte Serbe Novak Djokovic.

"Senioren-Finals" perfekt

Nadals Erfolg sorgte zudem für ein Novum in der Open Era: Es ist das erste Mal seit 1968, dass die Teilnehmer des Männer- und des Frauen-Finals 30 Jahre oder älter sind. Im Endspiel der Damen spielen am Samstag (9.30 Uhr im LIVETICKER) Serena Williams (35) und ihre Schwester Venus (36/beide USA) im 28. Sister Act seit 1998 gegeneinander.

In sein insgesamt 24. Grand-Slam-Halbfinale startete Nadal gut und gewann den ersten Durchgang. Doch im zweiten Satz musste der Linkshänder gleich dreimal seinen Aufschlag abgeben. Nachdem das Match wegen eines kollabierten Zuschauers einige Zeit unterbrochen war, nutzte Nadal im Tiebreak des dritten Durchgangs seine Chancen konsequenter.

Doch Dimitrow steckte vor 15.000 Zuschauern nicht auf und ließ sich auch von den extremen Topspinschlägen des Spaniers nicht entnerven. Die Vorentscheidung im fünften Satz fiel, als Nadal zunächst bei eigenem Aufschlag zwei Breakbälle abwehrte und Dimitrow, dem 79 Winner nicht reichten, unmittelbar danach den Aufschlag zur eigenen 5:4-Führung abnahm.

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