2017 Australian Open - Day 7
Mischa Zverev (r.) schaltete den Weltranglisten-Ersten Andy Murray sensationell aus © Getty Images

In der britischen Presse sorgt Andy Murrays sensationelles Aus gegen Mischa Zverev für Fassungslosigkeit. Der Deutsche aber erntet jede Menge Lob und Bewunderung.

Mischa Zverev hat für die zweite faustdicke Überraschung der Australian Open gesorgt: Der 29-jährige Deutsche schockte den Weltranglisten-Ersten Andy Murray in vier Sätzen - und sorgte dafür, dass nach Novak Djokovic' frühem Aus erstmals seit den French Open 2004 bei einem Grand-Slam-Turnier keiner der beiden Topgesetzten im Viertelfinale steht.

Mit seiner unorthodoxen Spielweise und ständigen Netzangriffen zog Zverev dem Schotten den Zahn und erreichte selbst zum ersten Mal in seiner Karriere die letzten Acht bei einem Grand Slam - wo nun Roger Federer wartet.

In Murrays britischer Heimat sorgt dessen überraschendes Aus für Fassungslosigkeit, Zverev erntet neben Erstaunen dagegen auch jede Menge Lob und Bewunderung.

SPORT1 hat britische Pressestimmen zu Zverevs Coup gesammelt.

Mirror: "Murray scheitert bei den Australian Open krachend am brillanten Underdog Mischa Zverev. Der begeisternd spielende Deutsche, der in einem Grand Slam noch nie so weit gekommen war, treibt die Nummer 1 der Welt mit wechselnden Schlägen und ständigen Netzangriffen im Spiel seines Lebens in den Wahnsinn. Zverev holte sich acht Mal Murrays Aufschlag und hatte den Sieg vollkommen verdient."

Daily Mail: "Sensationen bei Grand Slams können ansteckend sein - und Andy Murray machte es seinem Rivalen Novak Djokovic nach. Murray wird von einer brillanten taktischen Vorstellung der Nummer 50 der Welt erstickt. Murray wusste genau, was er zu erwarten hatte, fand aber keine Antworten auf die ständigen Netzangriffe von Zverev, der vor zwei Jahren verletzungsbedingt fast seine Karriere beendet hätte."

Telegraph: "Dieses Ergebnis wird als eine der größten Enttäuschungen für Murray in Erinnerung bleiben. Zverev war nicht der Spieler, der eine ernsthafte Gefahr darzustellen schien. Das Spiel aber wurde für Murray zu einer schwieriger zu lösenden Gleichung, als irgendjemand gedacht hätte. Murray fand einfach keine Lösung gegen Zverevs altmodisches Netzspiel. Zverev schien immer zu wissen, wo er hinlaufen musste, spielte geschickt und profitierte von Murrays schwachem zweiten Aufschlag."

The Guardian: "Andy Murray fliegt gegen einen begeisternden Mischa Zverev aus den Australian Open. Die beiden sind zwar gleich alt, in Sachen Erfolge und Errungenschaften aber Galaxien voneinander entfernt. Vor dem Spiel sagte Zverev noch, Murray sei der beste Spieler der Welt. Nicht am Sonntag. Da war er es nicht."

The Sunday Times: "Die Australian Open wurden erneut von einer riesigen Überraschung erschüttert. Auf dem Papier sah es nach einem angenehmen Duell für Murray aus, gegen einen Linkshänder, der gerne ans Netz kommt und Murray damit genau die Zielscheibe bietet, die der Brite normalerweise so geschickt ausnutzt. Nicht jedoch an diesem Morgen."

BBC: "Murray kassiert Schock-Pleite gegen Mischa Zverev. Vor zwei Jahren rangierte der Deutsche nach einer Reihe von Verletzungsproblemen noch außerhalb der Top 1000 der Weltrangliste. Er hat sich mit einem Angriffsstil zurück nach oben gekämpft, den er auch gegen Murray mit großem Erfolg einsetzte. Er gewann 65 Punkte am Netz und zerlegte den zweiten Aufschlag des Briten."

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