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Küsschen für den Pokal: Alexander Zverev gewinnt seinen ersten Masters-Titel © Getty Images

Rom - Alexander Zverev krönt seine klasse Vorstellung beim Turnier in Rom mit dem ersten ATP-Masters-Titel seiner Karriere. Im Finale bezwingt er einen Superstar.

Alexander Zverev hat sich für seine klasse Leistung beim Turnier in Rom belohnt und feiert den größten Triumph seiner Karriere: den ersten Masters-Titel seiner Karriere.

Im Finale setzte er sich mit 6:4 und 6:3 gegen Superstar Novak Djokovic durch. Dabei ließ der 20-jährige Hamburger dem Weltranglistenzweiten in keiner Phase des Matches eine Chance und verwandelte nach 1:21 Stunden seinen ersten Matchball.

Aus den Händen des großen Rod Laver nahm Zverev bei der Siegerehrung die Trophäe entgegen. Für Zverev war es der vierte Einzel-Titel seiner Karriere nach St. Petersburg im September 2016 sowie Montpellier im Februar und München Anfang Mai.

In einer Woche beginnen die French Open in Paris, wohin Zverev im Vergleich zum serbischen Ausnahmeprofi mit breiter Brust reist. Die deutsche Nummer eins zählt spätestens jetzt - nach dem Titelgewinn in Rom - zu den Mitfavoriten und kann nach dem ersten Grand-Slam-Titel greifen.

"Eines meiner besten Spiele" 

"Als ich in Rom angereist bin, hätte ich nie gedacht, am Ende den Titel zu gewinnen. Das ist ein ganz besonderer Moment für mich und ich werde mich den Rest meiner Karriere daran erinnern. Ich habe heute gegen einen der besten Spieler aller Zeiten gespielt. Das war heute eines meiner besten Spiele - und das ausgerechnet in einem Masters-Finale", sagte ein überglücklicher Zverev nach dem Titelgewinn.

Zverev erstmals in den Top Ten

Damit steht Deutschlands größtes Tennis-Nachwuchstalent am Montag erstmals in den Top Ten der Weltrangliste. Es ist zudem die erste Top-Ten-Platzierung eines deutschen Tennisprofis seit Tommy Haas im Oktober 2007.

Zverev ist außerdem der jüngste Masters-Sieger seit Novak Djokovic 2007, der als damals 19-Jähriger das Turnier in Miami gewann. Letzter Deutscher in einem Masters-Endspiel war Nicolas Kiefer, der 2008 in Toronto gegen Rafael Nadal (Spanien) verloren hatte.

Großer gegenseitiger Respekt

Die beiden Protagonisten zollten sich gegenseitig den allergrößten Respekt. "Wenn ich irgendwann mal auch nur ansatzweise auf eine Karriere wie die von Novak Djokovic zurückblicken kann, wäre ich sehr, sehr glücklich", sagte Zverev und wünschte dem Unterlegenen viel Glück für die anstehenden French Open: "Er ist für mich nach wie vor einer der großen Favoriten in Paris."

Agassi neuer Djokovic-Coach

Djokovic seinerseits wollte sich nicht mit eigenen Schwächen oder Probleme rausreden: "So ist der Sport, er hat gewonnen, ich habe verloren."

Den Paukenschlag hob sich der "Djoker" für die anschließende Medienrunde auf: Bei den French Open wird der frühere Weltranglistenerste Andre Agassi das Coaching des Serben übernehmen. "Wir haben in den vergangenen beiden Wochen mehrmals telefoniert und uns dann darauf geeinigt, in Paris zusammenzuarbeiten", sagte Djokovic: "Dann werden wir sehen, wohin uns das führt."

Traumstart für Zverev

Im Finale von Rom erwischte Zverev mit dem Break zum 1:0 einen Traumstart und spielte das Match fortan von oben herunter. Nie ließ er Djokovic in die Nähe eines Breaks kommen, er entnervte und entzauberte den "Robotovic a.D." unter anderem mit seinem effektiven zweiten Aufschlag.

Zudem war der neun Jahre jüngere Zverev seinem prominenten Gegenüber läuferisch überlegen, er stand fast immer perfekt zum Ball und offenbarte nicht den Hauch einer Schwäche. Die Körpersprache von Djokovic sagte mit fortlaufender Matchdauer alles, kaum jemals hat man den sonst so kühlen Serben so viel mit sich selbst hadern sehen.

Im ersten Satz reichte Zverev das Break zum 1:0, im zweiten Durchgang nahm er Djokovic zum 2:1 und 6:3 gleich zweimal den Aufschlag ab.

Zverev hatte im Halbfinale beim 6:4, 6:7, 6:1 gegen den Amerikaner John Isner zwischenzeitlich erheblich mehr Mühe als gegen Djokovic, der am Samstag den Österreicher Dominic Thiem in nur knapp einer Stunde mit 6:1, 6:0 überrollt hatte.

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