2017 Miami Open - Day 11
Alexander Zverev musste sich auch in Miami Nick Kyrgios geschlagen geben © Getty Images

Für Alexander Zverev platzt in Miami der Traum vom ersten Masters-Halbfinale. Eine strittige Entscheidung bringt ihn auf die Palme. Kyrgios zeigt Sportsgeist.

Alexander Zverev ist im Viertelfinale des ATP-Masters von Miami ausgeschieden. Der Weltranglisten-20. unterlag dem vier Plätze besser positionierten Australier Nick Kyrgios nach hartem Kampf mit 4:6, 7:6 (11:9), 3:6.

In einem hochklassigen Match schenkten sich die beiden Shooting Stars und Freunde nichts. Zverev wehrte im Tiebreak des zweiten Satzes drei Matchbälle ab und verwandelte seinerseits seinen dritten Satzball zum Satzausgleich.

Am Ende behielt Kyrgios, dem die beiden einzigen Breaks der Partie gelangen, dennoch die Oberhand. Nach 2:36 Stunden brachte er den Sieg mit seinem sechsten Matchball unter Dach und Fach.

Neben hochklassigen Ballwechseln und vier Tweenern - also einen Schlag durch die Beine - standen zwei Challenges im Mittelpunkt der Partie. 

Als eine Rückhand von Zverev im ersten Satz Aus gegeben wurde, bewies der sonst als Bad Boy verschriene Kyrgios Sportsgeist und riet seinem Kumpel Zverev dazu, den Ball mittels Hawk-Eye überprüfen zu lassen. Der Videobeweis zeigte, dass Zverevs Ball noch auf der Linie gewesen war.

Zverev tobt: "Du kostest mich das Match"

Um eine zweite Entscheidung gab es dagegen großen Ärger. Beim Stand von 2:3 im dritten Satz ließ Kyrgios - vermutlich auf Zuruf aus der Box - deutlich nach Ende des Ballwechsels Zverevs Lob überprüfen. 

Nach den Regeln muss die Forderung der Challenge allerdings unmittelbar nach Beendigung des Ballwechsels erfolgen, weshalb Zverev sich darüber aufregte, dass der Schiedsrichter Kyrgios dennoch erlaubte, das Hawk-Eye anzufordern.

"Du kostest mich vielleicht das Match, weißt du das? Deine Entscheidung ist absoluter Müll", tobte Zverev in Richtung des Schiedsrichters und ließ beim anschließenden Seitenwechsel weitere Bemerkungen in dessen Richtung fallen.

Tatsächlich bekam Kyrgios nicht nur den Punkt zugesprochen, sondern holte sich in diesem Spiel auch das entscheidende Break zum 4:2.

Nach dem Match legte Zverev noch einmal nach: "Der Schiedsrichter hat in dieser Situation einen entsetzlichen Job gemacht.

Kyrgios lässt es Asse regnen

Entscheidend für den Sieg war aber nicht nur diese zweifelhafte Entscheidung des Schiedsrichters, sondern auch die Aufschlagstärke von Kyrgios, der keinen einzigen Breakball zuließ.

Während er 16 Asse auflegte, kam Zverev nur auf drei direkte Service-Winner. Alle fünf Doppelfehler der Partie gingen dafür auf die Kappe der deutschen Nummer eins. 

Damit verpasste Zverev auch das Halbfinale gegen sein großes Vorbild Roger Federer, der sich mit 6:2, 3:6, 7:6 (8:6) gegen den Tschechen Tomas Berdych durchsetzte. Zuvor musste der Schweizer jedoch bange Momente überstehen und im dritten Satz zwei Matchbälle von Berdych abwehren.

Deja-vu für Zverev - neuer Anlauf für Kyrgios

Bereits beim ersten Masters-Turnier des Jahres in Indian Wells war für den 19-jährigen Zverev nach einer 3:6, 4:6-Niederlage gegen den nur zwei Jahre älteren Kyrgios Endstation gewesen. Vor gut zwei Wochen hatte es das Duell der Super-Youngster in der dritten Runde gegeben.

Im Viertelfinale wäre es auch schon in der kalifornischen Wüste zum Duell zwischen Kyrgios und Australian-Open-Sieger Federer gekommen.

Damals konnte Kyrgios jedoch angeschlagen nicht antreten. Nun bekommt er eine neue Chance, seine momentan überragende Form gegen die Tennis-Legende unter Beweis zu stellen.

Weiterlesen