Philip Heintz wurde bei der WM lediglich Siebter über 200 Meter Lagen
Philip Heintz wurde bei der WM lediglich Siebter über 200 Meter Lagen © Getty Images

Nach seinem siebten Platz bei der Schwimm-WM macht Philip Heintz einen Krach mit Henning Lambertz öffentlich. Heintz zeigt sich wütend über das fehlende Vertrauen.

Nach seinem enttäuschenden siebten Platz bei der Schwimm-WM in Budapest hat der Olympiasechste Philip Heintz einen lange schwelenden Konflikt zwischen ihm und Bundestrainer Henning Lambertz öffentlich gemacht.

Er verspüre "Wut", sagte der 200-m-Lagenschwimmer und kritisierte mit offenen Worten das seiner Meinung nach fehlende Vertrauen des Bundestrainers, der ohnehin unter Druck steht.

Der 26-Jährige wünsche sich, dass "man die Leute, die schon öfter gezeigt haben, dass sie Leistung bringen, einfach mal in Ruhe lässt im Training. Und denen einfach ein bisschen Vertrauen entgegenbringt und nicht ständig kritisch hinterfragt: Was macht ihr denn? Wieso macht ihr das? Das machen wir aber anders, das ist nicht gut! Sondern einfach mal machen lassen", sagte Heintz, nachdem er mit der 4x200-m-Freistilstaffel im Halbfinale auf Rang neun ausgeschieden war.

Urlaub soll Aggression mildern

Schlechte Stimmung wolle er nicht verbreiten, betonte der Heidelberger: "Im Leistungssport darf es durchaus auch mal krachen, und es muss krachen, danach sollte man sich aber auch wieder vertragen und nicht hinterm Rücken irgendwelche Sticheleien ausüben."

Er wolle nun versuchen, "in meinen zwei Wochen Urlaub die Aggression zu mildern". Eine Aussprache mit dem Bundestrainer wollte er erst danach: "Wenn beide jetzt direkt aufeinander krachen, dann wird es einfach nur ein sinnloses Anschreien auf gut Deutsch."

Allerdings kündigte Lambertz kurze Zeit später bereits eine Aussprache noch während der WM an. "Nicht inhaltlich, aber von der Herangehensweise her", sagte der 46-Jährige. Lambertz zeigte sich enttäuscht, dass Heintz seine Kritik öffentlich machte. Das sei "ein kleiner Fehltritt", sagte der Bundestrainer:

"Das ist nicht nötig, wir haben eine Auswertetagung und immer ein offenes Ohr, wir setzen uns mit den Dingen kritisch auseinander. Wir müssen die Kultur hinbekommen, nicht übereinander, sondern miteinander zu reden."

Deutscher Rekord bei der DM

Hintergrund von Heintz' Ärger sind die kurze Pause zwischen der WM-Qualifikation vor fünf Wochen in Berlin und der WM in Budapest und die harten Normen.

Deswegen hatte Heintz das Höhentrainingslager zeitlich so gelegt, dass er bei der DM in Topform ist, was ihm mit dem deutschen Rekord (1:55,76) auch gelang. Im WM-Finale schwamm der Kurzbahn-Vizeweltmeister allerdings anderthalb Sekunden langsamer und damit klar an einer Medaille vorbei.

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