Germany v Romania - European Shield
Hoch hinaus will die deutsche Rugby-Nationalmannschaft auch gegen Spanien © Getty Images

München - Mit seinen Erfolgen in der WM-Qualifikation macht sich das deutsche Nationalteam einen Namen in der Rugby-Welt. Das macht Mut für das wegweisende Duell gegen Spanien.

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Lange war die deutsche 15er Rugby-Nationalmannschaft nur ein Leichtgewicht in der Rugby-Welt, die von Neuseeland, Australien und Südafrika beherrscht wird.

Doch mit ihren jüngsten Erfolgen gegen Rumänien und Belgien in der Europe Championship, die der Qualifikation für die Rugby-WM 2019 in Japan dient, hat die deutsche Nationalmannschaft für Aufsehen gesorgt. Selbst auf der Insel ließ man es sich nicht nehmen, über die deutschen Erfolge zu berichten - und spricht sogar von der "nächsten Superpower".

"In der Rugby-Welt ist man sehr aufmerksam geworden. Was noch ein bisschen fehlt, sind die deutschen Medien", sagt auch Manuel Wilhelm, SPORT1-Experte und Sportdirektor beim Deutschen Rugby-Verband (DRV).

Sollte es den deutschen Rugby-Hünen jedoch gelingen, sich erstmals für eine Rugby-WM zu qualifizieren, kommt auch die deutsche Medienlandschaft nicht mehr an ihnen vorbei. Bei SPORT1 hat der aufregende Sport schon eine feste Heimat gefunden.

Ohne Druck und mit großem Selbstbewusstsein

Den nächsten wichtigen Schritt kann Deutschland bereits am Samstag im Duell gegen Spanien in Köln (ab 16 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM und via FACEBOOK LIVE und Re-Live um 0.10 Uhr auf SPORT1+) machen. Nach dem 34:29-Sieg gegen Belgien geht das Team von Bundestrainer Kobus Potgieter voller Selbstbewusstsein in die Partie.

"Wir verspüren gar keinen besonderen Druck, haben ja einen guten Start in die WM-Qualifikation hingelegt, und der Weg ist ja auch noch lang", gibt sich Potgieter gelassen: "Das Selbstvertrauen ist da, die Jungs sind gut drauf."

Trotzdem wird es gegen Spanien ein schweres Spiel. Die Spanier sind 21. der Rugby-Weltrangliste und damit einen Platz vor dem DRV-Team. "Die Spanier sind bärenstark und ungefähr auf einem Level mit Rumänien. Sie kommen vor allem über das spielerische Element und ihre sehr starke Technik", sagt SPORT1-Experte Wilhelm.

Letztes Duell gegen Spanien endet Unentschieden

Auch Potgieter ist klar, dass seine Mannschaft sich im Vergleich zum Belgien-Spiel noch einmal steigern muss, um die Spanier, die bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio Zehnter wurden, zu knacken. Vor einem Jahr an gleicher Stelle reichte es beim Länderspiel immerhin zu einem 17:17-Unentschieden.

"Wir müssen in der Defensive wacher sein als zuletzt, den Spaniern viel Druck geben. Außerdem müssen wir, wenn wir selbst in Ballbesitz sind, bessere Entscheidungen treffen und unsere Chancen konsequenter nutzen", gibt der Bundestrainer die Marschrichtung für Samstag vor.

Mit einem Sieg in Köln könnte für die DRV-XV nach den zwei Heimsiegen gegen Rumänien und Belgien der Traum von der Rugby-WM in Japan in greifbare Nähe rücken. Aktuell steht Deutschland in seiner Gruppe mit acht Punkten auf dem dritten Platz, hinter Georgien und Rumänien.

Während der Erstplatzierte einen direkten Startplatz für die WM erhält, muss sich das zweitbeste Team noch in einer Relegation durchsetzen. Georgien steht allerdings bereits als WM-Teilnehmer fest, sodass bei einem Sieg der Georgier die beiden dahinter platzierten Nationalteams nachrücken.

Mit Offensivpower zum dritten Heimsieg

"Wir sind absolut auf Kurs. Wir hatten uns vorgenommen, in der Hinrunde zwei Heimspiele zu gewinnen. Die haben wir jetzt in der Tasche, sodass es gegen Spanien darum geht, quasi den Bonus einzufahren", erklärt SPORT1-Experte Wilhelm.

Und dass sich die Deutschen mit diesem Bonus selbst belohnen - dafür stehen die Chancen gar nicht so schlecht. Gegen Belgien überzeugte die DRV-XV vor allem durch ihre Offensivleistung, führte zur Hälfte sogar mit 20:6.

"Wir haben eine bärenstarke dritte Sturmreihe, die absolut überzeugt hat. Wir haben mit Raynor Parkinson einen Kicker in Topform und wir haben offensiv sehr stark gespielt, was in der Vergangenheit häufig eine Schwäche von uns war", sagt DRV-Sportdirektor Wilhelm.

Können die Deutschen gegen Spanien die gleiche Teamleistung über 80 Minuten abrufen, stehen die Chancen gut, auch das dritte Heimspiel der Europe Championship zu gewinnen. Ein Ausrufezeichen, das bestimmt auch in der Rugby-Welt nicht ungehört bliebe.

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