Der Sturz-Skandal bei der Tour hat für Peter Sagan harte Folgen. Nachdem er zunächst nur eine Zeitstrafe bekommt, wird er später doch vom Rennen ausgeschlossen.

Peter Sagan wurde für seine rücksichtslose Fahrweise auf der Zielgeraden der vierten Etappe der Tour de France mit Verzögerung hart bestraft.

Der Star des deutschen Teams Bora-hansgrohe bekam von der Jury zunächst nur eine 30-Sekunden-Strafe aufgebrummt, weil er den britischen Sprintstar Mark Cavendish (Dimension Data) mit dem Ellbogen in die Absperrung gedrängt hatte.

Nach einem Protest von Dimension-Data-Sportdirektor Rolf Aldag, Cavendishs Boss, reagierte die Jury und schloss Sagan doch noch komplett von der Tour aus.

Aldag fordert Tour-Ausschluss

Aldag hatte das erste Strafmaß für Sagan mit deutlichen Worten kritisiert.

"Das war eine klare Tätlichkeit. Sagan muss ausgeschlossen werden. Wir haben das bei der Jury beantragt", sagte Aldag radsport-news.com.

Ob der gestürzte Cavendish die Tour fortsetzen kann, ist offen. Der Brite wurde mit Verdacht auf Schulterbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

Sagan, am Montag noch Etappensieger, fiel durch die Zeitstrafe in der Tageswertung der vierten Etappe auf den 115. Platz zurück. Zweiter wurde somit der Norweger Alexander Kristoff (Katjuscha).

Sagan entschuldigt sich

Sagans Aktion hatte auch Auswirkungen auf John Degenkolb, der über den am Boden liegenden Cavendish stürzte. Beide blieben zunächst liegen, Sagan suchte hernach immerhin den Cavendish-Teambus auf und sagte sorry. "Ich habe Mark nicht gesehen, es tut mir leid", meinte Sagan.

Andre Greipel, der hinter Tagessieger Arnaud Demare in Vittel als Dritter ins Ziel kam, kritisierte Sagans scharf. "Da fährt ein Typ im Weltmeister-Trikot, der meint, er könne sich alles erlauben", polterte Greipel.

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