Peter Sagan hatte Mark Cavendish in die Absperrung gedrückt
Peter Sagan (r.) wurde nach dieser Attacke auf Mark Cavendish von der Tour ausgeschlossen © Getty Images

Ehemalige und aktive Radprofis reagieren nach der Rambo-Attacke von Peter Sagan auf Mark Cavendish. Die meisten sehen den Ausschluss als zu hart an.

Der Ausschluss des slowakischen Weltmeisters Peter Sagan von der laufenden Tour de France nach dem Crash mit dem Briten Mark Cavendish spaltet die Radsport-Szene. SPORT1 dokumentiert die Positionen:

Marcel Wüst (Ehemaliger Radprofi und Etappensieger bei der Tour): "Die Strafe ist viel zu hart. Das wäre dasselbe, wenn sie einen Bundesligaprofi für ein grobes Foul die komplette Saison sperren würden. Wer einmal mit 60 oder 70 km/h einen Sprint angefahren hat und von hinten eine Berührung spürt, fährt automatisch den Ellenbogen aus." 

Jim Ochowicz (General Manager des Teams BMC): "Cavendish würde nicht in diese Lücke gehen, wenn er nicht denken würde, dass er da durchpasst. Die Bewegung von Sagan war schon ein wenig extrem."

Jens Voigt (17-maliger Tour-Teilnehmer zu SPORT1): "Die Disqualifikation ist meiner Meinung nach zuviel. Es wäre auch okay, wenn ihm 80 Punkte im Kampf um das Grüne Trikot abgezogen würden, er auf den letzten Platz der Etappe zurückversetzt würde und eine Zeitstrafe erhielte." 

Michael Rasmussen (Dänischer Ex-Bergkönig der Tour und überführter Dopingsünder): "Ich denke, der Weltverband muss sich in vieler Hinsicht verbessern, aber auf diese Entscheidung trifft das nicht zu. Wenn du mit dem Feuer spielst, riskierst du, dich zu verbrennen." 

Baden Cooke (Gewinner des grünen Trikots bei der Tour 2003): "Sagan nach Hause zu schicken, war eine schlechte Entscheidung. Es war unabsichtlich. Man benutzt oft seine Ellenbogen, um sich Platz zu verschaffen und damit einen Sturz zu vermeiden."

Marcel Kittel (Deutscher Sprinter und Gewinner von zehn Tour-Etappen): "Das ist ein Weckruf für alle, sich an die Regeln zu halten." 

Andre Greipel (Deutscher Sprinter, der Sagan zunächst scharf attackiert hatte): "Manchmal soll ich mir die Bilder anschauen, bevor ich etwas sage. Ich entschuldige mich bei Peter, denn ich denke, die Jury-Entscheidung ist zu hart." 

Robbie McEwen (Australien, dreimaliger Gewinner des Grünen Trikots) "Ich teile die Jury-Entscheidung gegen Peter Sagan nicht. Disqualifikation für die Etappe - okay. Ausschluss von der Tour - nein!" 

Michael Rogers (Dreimaliger Zeitfahr-Weltmeister): "Die Entscheidung wurde meiner Meinung nach eilig übers Knie gebrochen. Sagan sollte auf den letzten Platz versetzt, aber nicht nach Hause geschickt werden.

Olaf Ludwig (Olympiasieger 1988 und Gewinner des grünen Trikots bei der Tour 1990): "Der Ausschluss ist ein klares Fehlurteil. Es ist ein hartes Manöver gewesen, aber für mich war es nie und nimmer eine Berechtigung, ihn dafür zu disqualifizieren."

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