Auf der 5. Etappe der Tour de France wartet der bislang größte Prüfstein auf die Fahrer. Der Schlussanstieg zur Planche des Belles Filles hat es in sich.

Eine alte Tour-Weisheit passt haargenau auf diese fünfte Etappe (im LIVETICKER): Man kann die Frankreich-Rundfahrt hier nicht gewinnen, man kann sie aber sehr wohl verlieren. Der Schlussanstieg zur Planche des Belles Filles in den Vogesen ist der bislang größte Prüfstein der 104. Auflage und ein richtig gemeines Ding.

Favoriten vor dem Schlussanstieg gewarnt

1. Kategorie, knapp sechs Kilometer lang, im Schnitt 5,8 und in der Spitze aber 20 Prozent steil - es droht ein gnadenloses Ausscheidungsfahren. Wer in dieser letzten Renn-Viertelstunde keine guten Beine hat, wird gnadenlos distanziert. 2012 gewann Christopher Froome hier seine erste Tour-Etappe, sein damaliger Sky-Kapitän Bradley Wiggins übernahm als Dritter Gelb und gab es bis Paris nicht mehr her.

Die Schwierigkeiten auf dem Weg zum finalen Kletterakt sind überschaubar. Rund 100 Kilometer lang geht es durch das hügelige Vogesen-Vorland, danach bietet die Bergwertung der 3. Kategorie an der Cote d'Esmoulières die Chance zur Attacke, von dort sind es noch 50 Kilometer bis ins Ziel.

Berg mit schauriger Geschichte

La Planche des Belles Filles - die Planke der schönen Mädchen: Wundervoller Name, grausige Geschichte. Die Legende erzählt, dass sich in den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges an diesem Berg die Mädchen und jungen Frauen aus der Umgebung vor heranrückenden schwedischen Söldnern in Sicherheit zu bringen suchten.

Die Schweden allerdings spürten die Maiden auf, jene stürzten sich daraufhin von einer Planke weit den Abhang hinunter in einen See und damit in den Freitod.

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