CYCLING-ESP-TOUR-VUELTA
Christopher Froome wird nach der Zieleinfahrt von einem Helfer begleitet © Getty Images

Ein Video von der Vuelta befeuert Verschwörungstheorien um eine technische Schummelei bei Tour-Sieger Christoper Froome. Die Vorwürfe wiederholen sich.

Harte Anschuldigen gegen Rad-Superstar Christopher Froome! 

Der Tour-de-France-Sieger dominiert derzeit die Vuelta nach Belieben, liegt nach der 15. Etappe mehr als eine Minute vor seinem härtesten Widersacher Vincenzo Nibali aus Italien.

Jetzt wird dem Briten von mehreren Seiten vorgeworfen, gedopt zu haben. Nicht das "normale" Doping durch die Einnahme von unerlaubten Substanzen - sondern Motor-Doping. Dabei nutzen Rennfahrer die  Unterstützung unerlaubter Hilfsmotoren am Fahrrad.

Die Froome-Kritiker berufen sich bei ihren Anschuldigen auf ein Video, das nach der Zieleinfahrt der 12. Etappe in Antequera gemacht wurde.

Mehrere Mitglieder des Sky-Teams begleiten den immer noch auf dem Fahrrad sitzenden Froome, zusammen mit Fotografen, zur Siegerehrung. Die Theorie konzentriert sich darauf, dass Froome rollt, ohne in die Pedale zu treten. 

Zwei Faktoren sprechen jedoch gegen diese These. Zum einen führt die Straße, wie das Streckenprofil beweist, in diesem Abschnitt bergab.

Zum anderen fährt ein Cannondale-Fahrer in noch höherem Tempo an Froome vorbei ohne in die Pedale zu treten, was ebenfalls für die Abschüssigkeit des Streckenabschnitts spricht.

Immer wieder Motor-Doping-Vorwürfe gegen Froome

Bereits in der Vergangenheit wurden des öfteren Motor-Doping-Vorwürfe gegen das Team Sky und Froome laut.

Im Verlauf der Tour de France 2016 joggte Froome nach einem Sturz auf dem letzten Kilometer einer Bergankunft lieber ins Ziel, als mit einem Ersatzfahrrad vom neutralen Materialwagen die Etappe zu Ende zu fahren.

Kritiker unkten, dieses sei eben nicht mit einem Hilfsmotor ausgestattet gewesen.

Auffallend oft wechselt der Tour-Dominator zudem in dieser Saison während der Etappe das Rad - ebenfalls Wasser auf die Mühlen seiner Gegner, die Akkus im Rahmen vermuten.

Diskussionen um Zeitfahrmaschinen

2016 wurden vor einem Zeitfahren nach Angaben von Jean-Pierre Verdy, dem Ex-Chef der französischen Anti-Doping-Agentur, die Räder der Teams gewogen - nur die Rennmaschinen von Froome und seinen Sky-Kollegen seien je rund 800 Gramm schwerer gewesen als die der Konkurrenz. 

Seinerzeit erklärte ein Teamsprecher, die Räder seien aus aerodynamischen Gründen schwerer gewesen. Man habe niemals mechanische Hilfen installiert.

Sky-Teamchef Sir Dave Brailsford, auch bei der diesjährigen Tour wieder mit derlei Vorwürfen konfrontiert, will davon ebenfalls nichts wissen. 

"Ein kleiner Motor im Rad - das ist so leicht nachzuweisen. Chris ist bei den Motor-Checks sicher der am meisten kontrollierte Fahrer", blockte er entsprechende Fragen ab.

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