CYCLING-ITA-GIRO
Nario Quintana (r.) zieht an Tom Dumoulin vorbei © Getty Images

Bei der letzten Bergankunft des Giro d'Italia zieht Nairo Quintana an Tom Dumoulin vorbei und schnappt sich die Führung. Zuvor gibt es Wirbel um eine Pinkel-Pause.

Der Kolumbianer Nairo Quintana hat dem Niederländer Tom Dumoulin bei der letzten Bergankunft des 100. Giro d'Italia das Rosa Führungstrikot entrissen. Der Kampf um den Gesamtsieg wird damit erst am Schlusswochenende entschieden.

Auf der 19. Etappe verlor der 26 Jahre alte Radprofi aus dem deutschen Team Sunweb über eine Minute Zeit auf Quintana. Nach 190 km von Innichen nach Piancavallo ging der Tagessieg an den Spanier Mikel Landa.

Quintana (Movistar) liegt im Gesamtklassement 38 Sekunden vor Dumoulin, mit 43 Sekunden Rückstand folgt Titelverteidiger Vincenzo Nibali (Italien/Bahrain-Merida). Ebenfalls noch Siegchancen hat der Franzose Thibaut Pinot (FDJ), der als Gesamtvierter 53 Sekunden zurückliegt.

Geschke geht die Luft aus

Dumoulin verlor im Schlussanstieg den Kontakt zu seinen Rivalen, die den Abstand letztlich aber nicht entscheidend vergrößerten. Vor einer noch größeren Enttäuschung bewahrte auch der Berliner Simon Geschke seinen niederländischen Kapitän.

Etwa über die Hälfte des harten Finales mit Steigungen von bis 14 Prozent hielt der Tour-Etappensieger das Tempo für Dumoulin hoch und den Rückstand im Rahmen, bevor Geschke mit seinen Reserven am Ende war.

Attacke wegen Pinkelpause?

Am Samstag steht das letzte bergige Teilstück der Italien-Rundfahrt von Pordenone nach Asiago (190 km) bevor. Quintana muss dort den Vorsprung auf Dumoulin weiter ausbauen, wenn er eine realistische Chance auf den Gesamtsieg haben will. Im abschließenden Einzelzeitfahren über knapp 30 km von Monza nach Mailand hat Dumoulin klare Vorteile und wird unter normalen Umständen viel Zeit gut machen.

Für viel Diskussionsstoff hatte eine frühe und energische Attacke von Quintana und Nibali gesorgt. Diese soll angeblich während einer Pinkelpause von Dumoulin erfolgt sein, hieß es zunächst, was den Bruch mit einem ungeschriebenen Gesetz bedeutet hätte.

Eigentlich wird ein Gesamtführender in solch einer Situation nicht angegriffen. Der Verdacht erhärtete sich allerdings nicht.

Weiterlesen