Die Winterspiele 2018:

Die olympischen Winterspiele finden in Vierjahres-Zyklen statt. Bis einschließlich 1920 wurden einzelne Wintersportarten in die klassischen Sommerspiele eingegliedert, bis 1924 die ersten eigenständigen Winterspiele ausgetragen wurden.

Nachdem die olympischen Winterspiele bis 1992 noch im gleichen Jahr wie ihr Pendant aus dem Sommer ausgetragen wurden, werden die beiden Großveranstaltungen seit 1994 alle zwei Jahre im Wechsel ausgerichtet.

Die letzten olympischen Spiele fanden zwischen dem 7. und 23. Februar 2014 im russischen Sotchi statt, vom 9. bis 25. Februar 2018 ist das südkoreanische Pyeongchang der Ausrichter der Großveranstaltung.

Highlightsportarten

Traditionell erfreuen sich besonders die Biathlon-Wettbewerbe einer großen Beliebtheit beim Publikum. In den Disziplinen Staffel, Mixed-Staffel Einzel, Verfolgung, Sprint und Massenstart treten die besten Damen und Herren gegeneinander an. Ole Einar Björndalen ist mit 8 Goldmedaillen, vier Silber- und einer Bronzemedaille nicht nur der erfolgreichste Biathlet, sondern der erfolgreichste Winterolympionike in der Geschichte der Spiele. Bei den Damen steht mit Kati Wilhelm eine Deutsche an der Spitze des Rankings

Auch die spektakulären Skisprungwettbewerbe zählen zu den Höhepunkten der Spiele. 2014 durften erstmal auch die Damen in einem geschlossenen Wettbewerb gegeneinander antreten. Mit ihrem Sieg ist die Deutsche Carina Vogt damit die erste Olympiasiegerin im Skispringen.

Teilnehmer

Die Zahl der Teilnehmer hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark entwickelt. In Pyeonchang werden erstmals Medaillen in mehr als 100 Disziplinen vergeben. Damit einhergehend kann mit bis zu 3000 teilnehmenden Athleten gerechnet werden.

Auch die Zahl der teilnehmenden Nationen ist kontinuierlich gestiegen. 2014 in Sotchi nahmen Vertreter aus insgesamt 88 Ländern an den Spielen teil – Rekord.

Erfolgreich sind dann doch meist die üblichen Verdächtigen. Im ewigen Medaillenspiegel marschieren Deutschland und Russland beinahe im Gleichschritt vorne weg. Beide Nationen konnten jeweils 136 Goldmedaillen erringen. Bei Silber (135 zu 103) und Bronze (106 zu 102) liegt Deutschland noch vor dem Gastgeber von 2014.

Helden der Spiele

Sportlich kann ihm niemand das Wasser reichen: Ole Einar Björndalen. Der Norweger ist mit acht goldenen, vier silbernen und einer Bronzemedaille der erfolgreichste Winterolympionike aller Zeiten. Und: der Biathlet hat noch nicht genug: Mit dann 44 Jahren will der Norweger 2018 noch einem auf olympische Medaillenjagd gehen, bevor er das Gewehr an den Nagel hängt. Zumindest in den Staffelwettbewerben stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Norweger seine Medaillensammlung weiter vergrößern kann.

Erfolgloser, aber zweifelsohne auf einem Popularitätslevel ist der Brite Michael "Eddie the Eagle" Edwards. Schon als Kind träumte er von einer Teilnahme an olympischen Spielen und probierte sich in einigen Sportarten, ehe er mit dem Skispringen begann. Auf eigene Faust brachte er sich das Springen bei und qualifizierte sich schließlich für die Spiele in Calgary 1988. Durch sein schrilles Auftreten und den außergewöhnlichen Sprungstil wurde er trotz seines schlechten Abschneidens zum Fanliebling.

Ebenfalls 1988 machten vier Jamaikaner auf sich aufmerksam, als sie im Viererbob an den olympischen Spielen teilnahmen. Doch ganz im Gegensatz zu Eddie the Eagle entwickelte sich eine Tradition aus der Teilnahme, bis 2002 nahm jedes Jahr ein Bobteam an den Wettbewerben teil. Der größte Erfolg war ein 14. Platz in Albertville 1992. 2002 stellte das Team sogar einen neuen Startrekord auf. Mit "Cool Runnings" produzierte Disney sogar einen Film, der sich inhaltlich an den ersten Olympiaauftritt der Jamaikaner 1988 anlehnt.

Dass es bei Olympia um mehr als nur Medaillen geht zeigte die Biathletin Magdalena Neuner 2010 in Vancouver. Nachdem die Vorzeigeathletin bereits zwei Gold- und eine Silbermedaille gewinnen konnte, verzichtete sie freiwillig auf die Staffel, um der Kollegin Martina Beck (Ersatzfrau für die Staffel) noch die Chance auf einen Medaillengewinn zu geben. Ob gewollt oder nicht: mit dieser Aktion setzte sie ein Zeichen: Gewinnen ist nicht alles.

Pyeongchang 2018

Die olympischen Winterspiele stehen in Anbetracht des schwelenden Konflikts zwischen Nord- und Südkorea und dem Ausbau des Atomprogramms im Norden auf wackeligen Beinen. Nur 100 Kilometer liegt Austragungsort Pyeongchang von der entmilitarisierten Zone zwischen Norden und Süden entfernt. Zuletzt wurden Stimmen laut, die Spiele zu verlegen. In diesem Zusammenhang wurde auch München als alternativer Austragungsort genannt. Die bayrische Landeshauptstadt hatte sich ebenfalls für die Spiele 2018 beworben.

Finden die Spiele planmäßig statt, dürfen sich die Athleten auf kurze Wege zwischen dem olympischen Dorf und den Wettkampfstätten freuen. Alle Anlagen liegen in einem Radius von maximal 60 Kilometern rund um das Zentrum Pyeongchangs.

Bei den Spielen sollen zudem erstmals mehr als 100 Wettbewerbe Platz im olympischen Programm finden. Der alpine Skisport und Curling werden je um einen Mixed-Wettbewerb erweitert, beim Eisschnelllauf dürfen sich die Fans auf ein spektakuläres Massenstartevent bei Damen und Herren freuen. Auch der Snowboardsport wird um das "Big Air"-Event erweitert.

Die Vorfreude auf die Spiele hält sich in Südkorea aktuell noch in Grenzen. Bislang wurden lediglich 4,8% der vorhandenen Tickets verkauft (Stand: 2. September 2017).