Matton kam nach positivem Dopingtest mit einer Bewährungsstrafe davon
Matton kam nach positivem Dopingtest mit einer Bewährungsstrafe davon © Citroen Racing

Ein Dopingtest von Citroen-Sportchef Yves Matton fiel nach einer nationalen Rallye positiv aus: Eine Sperre wurde aber zur Bewährung ausgesetzt

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Um Citroen-Sportchef Yves Matton gab es am vergangenen Wochenende einige Aufregung. Der Belgier sei bei einem Dopingtest positiv aufgefallen, woraufhin ihm der nationale Motorsportverband in Belgien (RACB) für die Dauer von zwei Jahren die Fahrerlizenz entzogen habe, hatte ein Fachmagazin in seiner Online-Ausgabe berichtet. Mehrere internationale Medien hatten die Meldung ungeprüft übernommen, obwohl diese nicht die ganze Wahrheit enthält, wie Matton nun klarstellt. Was war passiert?

Matton hatte im vergangenen Herbst wie in den Jahren zuvor als Fahrer an der Condroz-Rallye rund um seinen Heimatort Huy teilgenommen. Nach der Rallye wurde Matton für einen Dopingtest ausgewählt, und in der Urinprobe wurde das Labor tatsächlich fündig. Es wurde der Wirkstoff Preterax nachgewiesen, der in Medikamenten zur Behandlung von Bluthochdruck enthalten ist. Dieser steht auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Auf Öffnung der B-Probe verzichtet

Matton bestreitet nicht, dass er diese Substanz eingenommen hat und verzichtete auf die Öffnung der B-Probe, weist aber jede Betrugsabsicht zurück. "Bei der Verschreibung des Medikaments hat der Arzt vergessen mich darauf hinzuweisen, dass ich dafür eine sogenannte Therapeutic Use Exemption (TUE) beantragen muss", teilt der Belgier in einer Stellungnahme mit. "Das habe ich dementsprechend auch nicht gemacht."

Diese TUE ist eine medizinische Ausnahmegenehmigung, die Sportlern zu therapeutischen Zwecken die Einnahme von Substanzen erlaubt, welche auf der Dopingliste stehen. Dabei muss durch ein Gutachten belegt werden, dass die Anwendung der Substanz medizinisch geboten ist und nicht der Leistungssteigerung dient.

Maton konnte Richter überzeugen

Da diese Ausnahmegenehmigung nicht vorlag, wäre eine zweijährige Sperre die automatische Folge gewesen. In einer Anhörung konnte Matton die Sportrichter aber davon überzeugen, dass es sich dabei nur um ein Versehen und nicht um einen Betrugsversuch gehandelt hatte. "Aufgrund der Tatsache, dass dieses Medikament meine Leistungsfähigkeit nicht gesteigert hat und in Anbetracht meines guten Willens, wurde die Strafe zur Bewährung ausgesetzt", sagt Matton.

Ein Dokument des RACB bestätigt diese Entscheidung, die Matton akzeptierte. Damit kann er also weiterhin als Hobby Rallyes bestreiten. Zu guter letzt hat der Citroen-Sportchef noch eine Mahnung an seine Kollegen: "Fahrer und Beifahrer, seid bei der kurzzeitigen oder dauerhaften Einnahme von Medikamenten vorsichtig!"

© Motorsport-Total.com

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