Porsche bestimmte das Geschehen auf dem Nürburgring am Freitag
Porsche bestimmte das Geschehen auf dem Nürburgring am Freitag © Porsche

Tagesbestzeit zum Auftakt des WEC-Wochenendes 2017 auf dem Nürburgring: Porsche-Piloten mit neuem Aerodynamikpaket für mehr Abtrieb sehr zufrieden

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Für das Porsche-LMP-Team stand am ersten Trainingstag für das 6-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring die Erprobung des neuen Aerodynamikpakets im Vordergrund. Der Porsche 919 Hybrid startet am Sonntag um 13:00 Uhr zum ersten Mal in diesem Jahr mit einer Auslegung für mehr Abtrieb. Zu Saisonbeginn hatte der Fokus auf geringem Luftwiderstand für die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Le Mans gelegen.

Im ersten der beiden 90-minütigen Trainings am Freitag fuhr Timo Bernhard die Bestzeit in 1.41.612 Minuten. Er teilt sich den Porsche 919 Hybrid mit der Startnummer 2 mit Earl Bamber und Brendon Hartley. Das diesjährige Le-Mans-Siegertrio führt derzeit mit 17 Punkten Vorsprung auf die bestplatzierte Toyota-Crew in der Fahrer-WM. Das Schwesterauto mit der Nummer 1 - pilotiert vom amtierenden Weltmeister Neel Jani, Andre Lotterer und Nick Tandy - belegte im ersten Training Platz drei (1.41.896 Minuten).

Bei noch trockenen Bedingungen mit bis zu 20 Grad Celsius Lufttemperatur rückte das Team zu Beginn des zweiten Trainings zu einer Qualifying-Simulation aus. Hartley gelang in 1.38.663 Minuten die Tagesbestzeit auf dem 5,148 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs. Seine Runde war um sechs Zehntelsekunden schneller als die schnellste Qualifyingrunde 2016.

Lotterer fuhr in 1.39.629 Minuten die zweitschnellste Runde des Freitags. Nach einem kurzen Schauer eine halbe Stunde vor Trainingsende klarte der Himmel rasch wieder auf. Die Wettervorhersage für das Wochenende birgt noch Unwägbarkeiten. Das Qualifying für die Le-Mans-Prototypen findet am Samstag von 15:25 bis 15:45 Uhr statt.

Porsche-LMP1-Stimmen nach dem ersten Trainingstag

Andreas Seidl (Teamchef): "Beim ersten Einsatz des neuen High-Downforce-Aerodynamikpakets an einem Rennwochenende war der völlig problemlose Verlauf dieses Trainingstages sehr wertvoll für uns. Die Fahrer der Startnummer 1 kamen heute erstmals in den Genuss der neuen Aero, die Crew der Nummer 2 hat den 919 in dieser Konfiguration bereits in Barcelona getestet. Im ersten Training haben wir uns auf die Rennabstimmung konzentriert. Im zweiten Training simulierten wir zunächst ein Qualifying und probierten dann verschiedene Reifenmischungen über längere Distanzen aus. Das ganze Team hat erneut super gearbeitet und diesen sehr produktiven Tag ermöglicht."

Neel Jani: "Wir haben heute eine Menge über die neue Aero-Auslegung gelernt, mit der Porsche hier erstmals antritt. Anscheinend ist sie ein guter Schritt nach vorn, aber im Rennen wird es auf jeden Fall ganz eng zugehen. Andre fuhr eine prima Qualifying-Simulation, von daher hoffe ich, dass wir auch morgen gut abschneiden."

Andre Lotterer: "Meine Qualifying-Simulation lief sehr gut. Ich hatte auf Anhieb gar nicht mit so viel Potenzial gerechnet, insofern ist da sicher noch mehr drin. Unsere Rundenzeiten sehen auch im Vergleich zu Toyota gut aus. Ich hoffe, wir schaffen es im Qualifying ganz nach vorn. Es macht mir viel Spaß, den 919 jetzt mit mehr Abtrieb zu fahren."

Nick Tandy: "Es war ein richtig guter, produktiver und problemloser Tag für uns. Wegen des neuen Aero-Pakets mussten wir ein umfangreiches Programm erledigen. Ich bin zwei Mal über längere Distanzen gefahren, um Reifen zu vergleichen. Daraus haben wir wertvolle Informationen für Sonntag gewonnen."

Earl Bamber: "Wir lernen andauernd dazu. Das Aeropaket ist definitiv ein Schritt nach vorn, auch wenn wir sein Potenzial sicherlich noch besser nutzen können. Über längere Distanzen arbeiten die Reifen unter den aktuellen Bedingungen sehr gut. Mal sehen, ob dies für das Rennen genügt. Wir wollen auf jeden Fall um eine Topplatzierung kämpfen."

Timo Bernhard: "Wir hatten heute die erste Gelegenheit, unser neues Aerodynamikpaket im Vergleich mit der Konkurrenz auszuprobieren. Es sieht gut für uns aus, wenngleich der Abstand zu Toyota nur minimal ist. Unsere Qualifying-Simulation lief gut, anschließend haben wir auch noch Fortschritte bei der Rennabstimmung gemacht."

Brendon Hartley: "Ich bin zu Beginn des zweiten Trainings unter Qualifikationsbedingungen gefahren. Das Auto fühlte sich mit wenig Benzin im Tank wirklich gut an. Anscheinend folgte Toyota einem vergleichbaren Programm, doch wir hatten die Nase vorn. Das stimmt optimistisch für morgen."

© Motorsport-Total.com

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