In diesem Jahr sind Porsche und Toyota die einzigen Hersteller in der LMP1-Klasse
In diesem Jahr sind Porsche und Toyota die einzigen Hersteller in der LMP1-Klasse © xpbimages.com

Mit einem Ausstieg von Porsche könnte die LMP1-Szene der WEC erheblich erschüttert werden - FIA-Präsident Jean Todt: "Warum sollte ich Sorgen haben?"

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Wie wird sich die LMP1-Szene der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) in der Saison 2018 darstellen? Auf diese Frage gibt es bis heute keine konkrete Antwort. Die Vorstände der beiden beteiligten Hersteller in der Topkategorie haben eigentlich die Programme bis mindestens Ende kommenden Jahres bewilligt, dennoch steht über der Zukunft der zuletzt in Le Mans siegreichen Marke Porsche ein dickes Fragezeichen. Gerüchten zufolge könnte Ende 2017 Schluss mit LMP1 sein.

"Warum soll ich mir ständig Sorgen machen?", so die Reaktion von FIA-Präsident Jean Todt auf die Frage, ob er Angst vor einem solchen Szenario habe. "Wir sollten positiv denken. Negatives Denken ist immer so frustrierend. Mache ich mir also Sorgen? Nein! Warum auch? Es ist doch alles fantastisch." Der Franzose argumentiert, dass man eigentlich froh sein müsse, überhaupt seit einigen Jahren eine Langstrecken-WM genießen zu dürfen. "Früher hatten wir gar keine Langstrecken-Weltmeisterschaft."

"Nachdenken und Dinge hinterfragen - das mache ich jeden Tag. Es liegt in meiner Natur. Ich sorge mich jeden Tag, dass wir vielleicht nicht genug leisten. Trotzdem: Ich hoffe, dass möglichst viele Teilnehmer in die Meisterschaft kommen", sagt Todt. Der einzige Interessent an einem LMP1-Programm scheint derzeit Peugeot zu sein. Die "Löwen" dürften aber auf Grundlage der Laufzeiten des Regelwerks frühestens 2020 ein Comeback realisieren können. Wenn überhaupt.

Sollte Porsche also tatsächlich Ende dieses Jahres aussteigen, würde Toyota über einen Zeitraum von mindestens zwei Jahren einziges Werksteam in der LMP1-Klasse sein. "Das hat keinen Sinn", gibt WEC-Chef Gerard Neveu zu. "Eine kurze Zeitspanne kann man überbrücken, wenn man auf den Einstieg eines neuen Konkurrenten wartet. Aber nur dann, wenn es eine entsprechende Ankündigung gibt." Und ein solches Bekenntnis gibt es nicht. Weder von Peugeot, noch von einem anderen Hersteller.

"Auf der Strecke müssen mindestens zwei oder drei Werke gegeneinander kämpfen. Dann macht es Sinn", erklärt Neveu. "Wir müssen realistisch bleiben, nicht zu optimistisch, aber auch nicht so pessimistisch. Wir müssen ohne Emotionen herangehen und hart weiterarbeiten", sagt der Franzose. Er arbeite im Hintergrund mit allen entscheidenden Parteien zusammen und sei guter Dinge. "Wir können zuversichtlich sein, dass der Sportwagen-Sport eine gute Zukunft haben wird."

Um diese Vision zu realisieren braucht man dringend weitere Wettbewerber. "Das ist auf jeden Fall das Ziel", meint Neveu. "Aber ich mag nicht über Wahrscheinlichkeiten oder Chancen sprechen. Wir können nur über die heute vorliegenden Tatsachen sprechen. Es sitzen potenzielle neue Hersteller mit am Tisch, mit Interesse entweder an der LMP1 oder der GTE. Das Interesse scheint sehr ernst zu sein. Kommunizieren müssen sie es aber selbst. Wenn man 2020 LMP1 machen will, dann darf man aber kein halbes Jahr mehr damit warten. Da muss jetzt zeitnah eine Entscheidung getroffen werden."

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