Patrick Dempsey verbrachte die gesamten 24 Stunden an der Box
Patrick Dempsey verbrachte die gesamten 24 Stunden an der Box © xpbimages.com

Kampf über 24 Stunden, starke Nachwuchsfahrer und ein Rennen, das an Überraschungen kaum zu überbieten war: Hollywood-Star Patrick Dempsey jubelt

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"Le Mans gewinnst du nicht, Le Mans lässt dich gewinnen!" Dieser oft zitierte Spruch stellt die Ereignisse bei den 24 Stunden von Le Mans 2017 treffend dar. Eine unglaubliche Aufholjagd des phasenweise weit abgeschlagenen Porsche von Timo Bernhard, Brendon Hartley und Earl Bamber, Führungsrunden eines LMP2-Autos, ein Krimi bis zur letzten Sekunde in der GTE-Pro-Klasse und ein intensiver Kampf bei den Amateuren waren die Zutaten für einen Motorsport-Leckerbissen.

"Das Rennen war wie eine große Oper", schildert Patrick Dempsey im Interview mit 'Motorsport-Total.com'. "Der Kampf bei den GTEs, das Drama um Toyota und den Porsche #1, dann dieses unglaubliche Finish. Es war einfach nur fantastisch. Es gab im Verlauf der 24 Stunden so viele Wendungen und Ereignisse. Ich musste einfach in der Box bleiben. Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich in Le Mans die kompletten 24 Stunden lang wach geblieben bin."

Der US-Hollywood-Star belegte mit seinem Team Dempsey-Proton am Ende den sechsten Rang. Patrick Dempsey griff nicht selbst ins Lenkrad, sondern vertraute im Cockpit des Porsche 911 RSR auf Marvin Dienst, Christian Ried und Matteo Cairoli. "Als Fahrer geht man komplett anders damit um. Da musst du dich ausruhen und einfach auch mal etwas Abstand gewinnen, um dich bestmöglich auf deine kommenden Stints einzustellen. Jetzt war es aber anders für mich. Ich musste einfach bei unseren Leuten bleiben."

Dempsey will Eindrücke in Hollywood-Arbeit einbringen

"Wir hatten ein bisschen Pech", erklärt Dempsey das nicht ganz optimale Abschneiden seines Teams. "Erst hat uns ein Karbonteil einen Reifen beschädigt. Da mussten wir stoppen. Wir waren dann aus der normalen Boxenstopp-Sequenz, haben uns aber heldenhaft zurückgekämpft. Unser Auto hat direkt gegen den Ferrari #62 gekämpft, der am Ende auf dem Podium gelandet ist. Dort hätten wir auch enden können. Der Klassensieg war vielleicht nicht drin, aber das Podest allemal."

"Ein Getriebeproblem hat uns aber leider entscheidend zurückgeworfen. Wir mussten es reparieren. Danach war der Kampf um das Podest verloren", sagt der Amerikaner, der im Fahrerlager erneut für unzählige Fotos und Autogramme bereit stand. "Wenn ich als Fan auf die Ereignisse blicke, dann kann ich nur sagen: Mehr kann sich niemand wünschen. Es war das wildeste Rennen, das ich jemals gesehen habe. Ich bin so glücklich, dass ich mit meinem Team ein Teil dessen sein durfte."

"Wir sind jetzt auf Platz zwei in der WM. Wir kämpfen um den Titel", freut sich Dempsey. Der US-Schauspieler hat an der Szene derart viel Freude gefunden, dass die Gespräche über die Fortführung seines Engagements bereits begonnen haben. "Mir gefällt es einfach sehr gut", sagt er. Es gebe bezüglich 2018 zwar noch keine finale Entscheidung, aber die Signale gingen in eine positive Richtung. Es erscheint äußerst wahrscheinlich, dass auch im kommenden Jahr ein Dempsey-Porsche rennen wird.

"Ich bin jetzt schon lange nicht mehr im Auto gefahren. Ich hatte ein tolles vergangenes Jahr in der WEC, habe dort alle meine Ziele erreicht. Seither trenne ich das", sagt Dempsey, der seine aktive Rennfahrer-Karriere beendet hat. "Es war toll, als Fahrer an all dem teilhaben zu dürfen und so nett in dieser Familie aufgenommen zu werden. Ganz ernsthaft: Dieses familiäre Gefühl hatte ich so in meinem gesamten Leben noch nie. Diese Erlebnisse und Werte bringe ich jetzt in meinen eigentlichen Job in Hollywood ein."

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