Die WEC gastiert in diesem Jahr noch einmal in Mexiko-Stadt
Die WEC gastiert in diesem Jahr noch einmal in Mexiko-Stadt © xpbimages.com

Die WEC-Verantwortlichen denken unter Sparzwang an eine Verkleinerung des Rennkalenders: Mexiko auf der Kippe, Vertrag von Bahrain läuft bald aus

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Auf dem Weg zu einer Reduzierung der Kosten in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) wird derzeit auch über eine Verkleinerung des Rennkalenders diskutiert. Dieser Gedanke stößt nicht überall auf Gegenliebe, zudem ist man sich uneins über die denkbaren Streichkandidaten. Ein weiteres Problem: Während einige Schauplätze bezüglich des Zuschauerinteresses als Enttäuschung gelten, gibt es dennoch teils wirtschaftliche oder politische Zwänge, die zum dortigen Antreten zwingen.

"Wir sind grundsätzlich offen für die Diskussionen. Es ist gut, wenn man offen auch mit uns darüber spricht", sagt Porsche-Teamchef Andreas Seidl auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'. Ähnlich wie Toyota steht man aber auch in Weissach einer Reduzierung der Rennen eher skeptisch gegenüber. "Es ist wichtig, dass man im Sinne der Weltmeisterschaft keine Schnellschüsse macht. Eine gewisse Anzahl von Rennen muss man schon beibehalten", sagt Seidl.

Die WM besteht abseits des Highlights in Le Mans, das selbstverständlich völlig bei solchen Debatten ausgeklammert ist, derzeit aus acht 6-Stunden-Rennen auf drei Kontinenten (Europa, Asien, Nordamerika). Andere Schauplätze sind zu erfolgreich, um sie aus dem Kalender zu streichen: Fuji, Silverstone, Spa-Francorchamps, Nürburgring und - in Maßen - sogar auch Schanghai. Blieben also drei Wackelkandidaten: Mexiko, Austin und Bahrain.

Gültige Verträge: Bahrain und Mexiko am Ende der Laufzeit

"Unsere Verträge mit den Rennstrecken gehen normalerweise immer über drei Jahre. Es gibt einige Ort, wo wir jetzt an das Ende der Laufzeit kommen", erklärt WEC-Promoter Gerard Neveu die derzeitige Diskussionsgrundlage. "Dann stellen wir uns natürlich die Frage, ob wir dort weitermachen wollen, oder vielleicht woanders hingehen. Sollten wir ein Überseerennen streichen? Da spielen so viele Parameter mit hinein: wirtschaftliche, geopolitische und so weiter."

"Wir sind zum Beispiel alle davon ausgegangen, dass wir relativ zügig nach Brasilien zurückkehren werden", erklärt er. "Aber glaubt denn jemand ernsthaft, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist? Vor drei Jahren haben sie dort versprochen, dass sie die komplette Anlage erneuern. Vor einem Jahr haben sie die Arbeiten dann abgebrochen", schildert der Franzose. "Es ist alles nicht so einfach. Man muss sich immer wieder anpassen. Die Situation ändert sich fast täglich." Gemengelage und Interessensausrichtungen sind mindestens ebenso vielschichtig.

"Frage ich einen Japaner, dann weiß ich doch genau, dass er Fuji für extrem wichtig hält. Die deutschen Hersteller pochen auf den Nürburgring, während andere aktuelle Teilnehmer oder potenzielle Neueinsteiger sagen, dass ihnen das Rennen am Nürburgring egal ist", meint Neveu. Fakt ist: Die Verträge von Fuji und Spa laufen noch einige Jahre, jene von Mexiko und Bahrain laufen mit den diesjährigen Rennen aus. Eine Verlängerung des Kontraktes mit Mexiko-Stadt gilt als unwahrscheinlich.

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