Comeback nach Horrorcrash: Sebastien Bourdais ist wieder komplett fit
Comeback nach Horrorcrash: Sebastien Bourdais ist wieder komplett fit © HPD/Twitter

Ex-Formel-1-Pilot Sebastien Bourdais fühlt sich, als wäre der Unfall beim Indianapolis 500 nie geschehen - Comeback in Watkins Glen oder Sonoma!

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Er fuhr, als wäre es nie geschehen und fühlte sich auch entsprechend: Sebastien Bourdais hat bei einem privaten IndyCar-Test auf dem Mid-Ohio Sports Car Course in Lexington in seinem Coyne-Honda einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Mit einer persönlichen Bestzeit von 1:04.8 Minuten wäre er im Qualifying am Rennwochenende in die dritte Startreihe gefahren. Und einen Gripvorteil hatte er nicht, denn heftige Winde hatten den 3,634 Kilometer langen Kurs über Nacht mit Staub zugedeckt.

"Es fühlte sich gut an, wieder ins Auto zu steigen und mit der Arbeit loszulegen", wird der Franzose von 'Racer' zitiert. Mit einem Grinsen erinnert er sich an die Begrüßung seiner Mechaniker und Ingenieure zurück: "Die Jungs wollten, dass ich ein paar Dinge aussortiere, über die sie sich die Köpfe zerbrochen haben. Sie sahen mich an und sagten: 'Dir geht's doch gut, können wir also mit der Arbeit loslegen?'"

Doch er musste erst einmal den ganzen Staub von der Strecke fahren, der sich über Nacht angesammelt hatte: "Die Strecke war zehn Sekunden langsamer und das Auto wollte sich ständig drehen. Und da ich alleine war, musste ich erst einmal eineinhalb Reifensätze dafür aufwenden, die Strecke zu kehren." Erst am Nachmittag hatte er den nötigen Grip, um wirklich mit der Arbeit zu beginnen.

Comeback im September

Wie gut es ihm erging, überraschte den 38-Jährigen selbst: "Es fühlte sich toll an, als wäre der Unfall nie geschehen. Ich bin überrascht, dass mir nicht die Puste ausgegangen ist. Mein Nacken hat sich beschwert, deshalb musste ich ein Polster benutzen, aber davon abgesehen bin ich wirklich überrascht, dass es mir nicht schlechter ergangen ist. Ich hatte keine Probleme." Dass der Nacken allem Training zum Trotz nach längerer Abwesenheit im Cockpit zu ziehen beginnt, ist ein durchaus normales Phänomen bei Rennfahrern. Die enormen Fliehkräfte lassen sich eben nicht simulieren.

Somit steht einem Comeback eigentlich nichts mehr im Weg. Oder doch? Von den Ovalrennen Pocono und Gateway möchte Sebastien Bourdais noch einmal Abstand nehmen: "Ich habe keine Intention, im Oval zu fahren. Es sind zwei Ovalrennen und wir haben drei Autos übrig (eines davon ist ein Ersatzfahrzeug; Anm. d. Red.). Ich will dem Team keine Bürde aufbinden, ein drittes Auto hinstellen zu müssen und gleichzeitig ein anderes zu reparieren, sollte dort etwas passieren. Ich hatte den Unfall und habe dieses Problem selbst kreiert, deshalb möchte ich ihnen kein weiteres bereiten." Die Rennen in Long Pond und Madison finden binnen einer Woche Ende August statt.

Deshalb visiert Bourdais die zwei Rundkursrennen am Saisonende an. Somit wäre der frühestmögliche Termin Watkins Glen am 3. September. Allerdings liegt wiederum nur eine Woche zwischen Gateway und "The Glen". Deshalb will er sich nicht festlegen: "Sonoma nehme ich mit Sicherheit mit. Bei Watkins Glen müssen wir schauen, wie die Dinge vor dem Rennen stehen."

Sebastien Bourdais hatte im Qualifying zum 101. Indianapolis 500 Mitte Mai einen fürchterlichen Unfall mit 365 km/h, den er nur aufgrund der nachgebenden SAFER Barrier überlebte. Bei dem Einschlag wurden über 100g gemessen. Der frühere Formel-1-Fahrer wurde ursprünglich für den gesamten Rest der IndyCar-Saison 2017 krankgeschrieben. Das beeindruckte ihn wenig; der Test erfolgte nur zehn Wochen nach dem Crash. Die schnelle Genesung schreiben die Ärzte seinem enormen Fitnesslevel zu.

© Motorsport-Total.com

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