Helio Castroneves beendete in Iowa nach drei Jahren seine Durststrecke
Helio Castroneves beendete in Iowa nach drei Jahren seine Durststrecke © IndyCar

Nach 54 Rennen ohne Sieg gewinnt Helio Castroneves in überzeugender Manier das IndyCar-Rennen auf dem Iowa Speedway in Newton

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Mehr als drei Jahre lang hatte es dieses Bild in der IndyCar-Serie nicht mehr gegeben, doch am Sonntag (Ortszeit) war "Spider-Man" endlich wieder in Aktion. Mit einem überzeugenden Triumph auf dem Iowa Speedway in Newton beendete Helio Castroneves (Penske-Chevrolet) seine Durststrecke von 54 Rennen ohne Sieg und zeigte im Anschluss, dass er auch mit 42 Jahren immer noch fit genug für seine typische Siegergeste ist: Der Brasilianer kletterte auf den Sicherheitszaun und jubelte ausgelassen.

"Wir waren so oft dicht dran, und endlich war das Glück auf unserer Seite", sagt Castroneves, der 217 der 300 Runden auf dem 0,894 Meilen kurzen Oval angeführt hatte und am Ende vor J.R. Hildebrand (Carpenter-Chevrolet) und Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda) gewann. "Anfangs hatten wir ein paar Probleme, aber nachdem wir das Auto abgestimmt hatte, war es großartig. Was für ein Rennen, es ist wie beim ersten Mal", sprudelt es aus dem temperamentvollen Südamerikaner heraus.

Castroneves hatte von Startplatz drei aus früh die Führung übernommen, während Polesetter Will Power (Penske-Chevrolet) in der Anfangsphase das Tempo der Schnellsten nicht ganz mitgehen konnte. Im ersten Renndrittel verteidigte Castroneves die Spitze - auch dank einer guten Strategie der Penske-Crew, die ihn dreimal während einer Gelbphase an die Box holte.

Nach 208 Runden wurde das Rennen wegen leichtem Regen mit der Roten Flagge unterbrochen. Die Regenwolken zogen jedoch schnell wieder ab. Beim ersten Boxenstopp nach dem Neustart gelang Hildebrand der Undercut, mit dem er an Castroneves vorbeiging. 32 Runden vor dem Rennende setzte Castroneves zum entscheidenen Überholmanöver an, ging an Hildebrand und Marco Andretti (Andretti-Honda) vorbei und fuhr anschließend ungefährdet zum Sieg.

"Endlich hat alles gepasst", sagt Castroneves, der zuletzt am 1. Juni 2014 in Detroit gewonnen hat. "Mit 30 Siegen bin ich jetzt an meinem Helden Rick Mears vorbeigezogen", freut sich der Brasilianer. Grund zur Freude hatte auch Hildebrand, der mit Platz zwei sein bisher bestes Karriereresultat einstellte. "Unter etwas anderen Umständen hätten wir vielleicht gewinnen können", sagt er. "Die Jungs haben alles richtig gemacht, als sie mich früh reingeholt und damit in Führung gebracht haben. Wir haben bis zum Ende alles versucht."

Hinter Honda-Speerspitze Hunter-Reay kam Polesetter Power auf Rang vier ins Ziel. Graham Rahal (RLL-Honda), Josef Newgarden, Simon Pagenaud (beide Penske-Chevrolet), Scott Dixon und Tony Kanaan (beide Ganassi-Honda) komplettierten die Top 10. Michail Aljoschin (Schmidt/Peterson-Honda), Carlos Munoz und Conor Daly (beide Foyt-Chevrolet) verunfallten jeweils ohne Mitwirkung eines anderen Fahrers, blieben aber alle unverletzt.

In der Meisterschaftswertung führt weiterhin Dixon mit 403 Punkten, allerdings hat Castroneves nach seinem Sieg nun nur noch acht Zähler Rückstand. Titelverteidiger Pagenaud belegt mit 31 Punkten Rückstand Rang drei. Weiter geht es mit der IndyCar-Serie schon an diesem Wochenende (14. bis 16. Juli). Dann trägt die Serie mit dem Stadtrennen in Toronto ihren einzigen Meisterschaftslauf außerhalb der Grenzen der USA aus.

© Motorsport-Total.com

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