Fahren die Andretti-Piloten in der IndyCar-Saison 2018 mit Chevrolet-Motoren?
Fahren die Andretti-Piloten in der IndyCar-Saison 2018 mit Chevrolet-Motoren? © LAT

Andretti Autosport redet mit Chevrolet über eine mögliche Rückkehr zur IndyCar-Saison 2018 - Wechsel würde Fahrerkarussell in Gang setzen

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Andretti Autosport erwägt eine Rückkehr zu Chevrolet-Motoren in der IndyCar-Serie. Nachdem der Honda-Pool in dieser Saison durch den Wechsel von Ganassi über den Winter stark angeschwollen ist, könnte die Mannschaft von Michael Andretti mit einem Wechsel für eine radikale Wende sorgen. Andretti bestätigt entsprechende Gespräche, sagt aber auch, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei. Auch Takuma Satos Zukunft hängt von Andrettis Entscheidung ab.

"Ja, wir haben mit ihnen gesprochen. Aber ich bin ich es meinem Team und den Sponsoren schuldig, zuzuhören, was sie dazu sagen", bestätigte Michael Andretti gegenüber 'Racer'. Er fügt vielsagend hinzu: "Wir hatten eine großartige Beziehung zu Chevrolet." Andretti fuhr 2012 und 2013 mit Chevy-Motoren, stieg dann aber für 2014 auf Honda um, als Ganassi zu Chevrolet ging. Mittlerweile ist Chip Ganassi zu Honda zurückgekehrt und hat dort Andretti den Rang als Vorzeigeteam abgelaufen. Scott Dixon führt die Meisterschaft an, während Takuma Sato als bester Andretti-Pilot derzeit Siebter ist - vor allem dank seines Sieges beim Indy 500.

Das Indianapolis 500 dürfte auch der Grund sein, warum Chevrolet ebenfalls an einer Partnerschaft interessiert wäre. Andretti Autosport hat sich in den vergangenen Jahren zum stärksten Team im Brickyard entwickelt. Zwar waren die Resultate des Teams bei den anderen Rennen bislang eher mittelmäßig, doch das Alphateam beim wichtigsten Rennen des Jahres in den eigenen Reihen zu wissen, dürfte für Chevrolet eine verlockende Perspektive sein.

Von den 21 Vollzeit-Fahrzeugen in der IndyCar-Serie fahren in dieser Saison nur acht mit Chevrolet-Material: Die vier Penske-Boliden und jeweils zwei Autos von Ed Carpenter Racing und A.J. Foyt Enterprises. Denen stehen 13 Honda-Boliden von fünf Teams gegenüber (Ganassi, Andretti, Schmidt/Peterson, RLL und Coyne). Während bei Chevrolet nur Penske und in seltenen Fällen ECR siegfähig ist, haben schon alle fünf Honda-Teams in diesem Jahr ein Rennen gewinnen können.

Das Ungleichgewicht in der IndyCar-Serie würde bei einem Wechsel von vier Fahrzeugen auf einen Schlag in die andere Richtung gehen - nach jetzigem Stand auf 12:9 für Chevrolet. Allerdings könnte es sich auf 11:9 ausgleichen, sollte Helio Castroneves seine IndyCar-Karriere beenden.

Sicher ist auch, dass Takuma Sato nach nur einem Jahr bei Andretti sich in diesem Fall wieder nach einem neuen Arbeitgeber umsehen müsste. Andretti würde die Honda-Mitgift von zwei Millionen US-Dollar und freie Motoren verlieren. Chevrolet müsste Andretti also einiges bieten. Gleichzeitig würde reichlich Dynamik in den Fahrermarkt kommen, wenn ein derartiges Angebot auf dem Tisch liegt. Sato war Anfang der Saison von Foyt zu Andretti gewechselt, nachdem das Team von Larry Foyt im Austausch gegen Ganassi zu Chevy gewechselt ist.

© Motorsport-Total.com

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