Die Handschuhe von Lewis Hamilton werden in der nächsten Saison mit Sensoren ausgestattet
Die Handschuhe von Lewis Hamilton werden in der nächsten Saison mit Sensoren ausgestattet © Getty Images

Die Formel 1 geht im Bestreben um noch mehr Sicherheit neue Wege. Sensoren in den Handschuhen der Piloten sollen für eine bessere Überwachung sorgen.

Nächste Neuerung in Sachen Sicherheit in der Formel 1.

Wie das Fachportal motorsport-total.com berichtet, werden ab der kommenden Saison für alle Fahrer biometrische Handschuhe eingeführt. 

Fixpunkt sind dabei drei Millimeter dicke Sensoren, die in die Handschuhe eingenäht sind und den Puls sowie den Sauerstoffgehalt im Blut des Fahrers via Bluetooth in Echtzeit an die Rennärzte übermitteln. Außerdem sollen Körpertemperatur und Atemfrequenz damit erfasst werden können.

Rettungsmaßnahmen werden angepasst 

"Der Puls gibt uns die wichtigsten Informationen", stellt Alan van der Merwe, Fahrer des Medical Cars, im Magazin Auto fest. "Es ist eine Maßeinheit, die mit wenig Informationen viel verraten kann. Basierend auf dieser Information kann man die Rettungsmaßnahmen anpassen."

Vor allem in Fällen, in denen der Fahrer nicht sofort zugänglich ist, sind derartige Informationen wichtig. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn das Auto unter einem Reifenstapel begraben ist.

Beim Unfall von Carlos Sainz im Freien Training von Sotschi 2015 konnten die Ärzte den Spanier erst nach einiger Zeit erreichen: "Eine vernünftige Überwachung war unmöglich, bis wir unsere Finger an ihn bekommen haben. Das war natürlich nicht möglich, bis die Streckenbegrenzung aus dem Weg geräumt war", stellt Ian Roberts, der stellvertretende medizinische FIA-Delegierte fest.

Sofort über Zustand des Fahrers Bescheid wissen

"Hätten wir die Informationen gleich gehabt, hätten wir unsere Bergungsaktion wesentlich besser planen können. Mit dieser neuen Technologie haben wir sofortigen Zugriff auf seine biometrischen Daten ab Sekunde null."

Dank einer neuartigen Bluetooth-Technologie ist die Übertragung der Daten in einem Radius von bis zu 500 Metern möglich.

Beim Großen Preis von Ungarn wurde der biometrische Handschuh bereits von Ferrari, Mercedes und Red Bull getestet.

Sollte sich der Handschuh als für die Rettungskräfte wertvolle Hilfe erweisen, könnte er in der Zukunft auch in anderen Sportarten und Branchen zum Einsatz kommen.

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