AUTO-PRIX-F1-HUN-QUALIFYING
Sebastian Vettel ist viermaliger Formel-1-Weltmeister © Getty Images

München - Einige Formel-1-Teams tricksen bei der Ölverbrennung. Vor allem Ferrari soll profitieren. Die FIA hat eine Regel verschärft - womöglich zum Leidwesen von Sebastian Vettel.

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Der Kampf um die Krone der Formel-1-WM 2017 ist auch nach Sebastian Vettels Triumph von Ungarn spannend wie lange nicht mehr. Mercedes-Pilot Lewis Hamilton liegt nur knapp hinter dem WM-Führenden und auch dessen Teamkollege Valtteri Bottas hat noch alle Chancen, das Blatt zu wenden.

Neben den fahrerischen Qualitäten könnte dabei auch ein weiterer Faktor Einfluss auf die Titelentscheidung nehmen, den bisher wohl die wenigsten auf der Rechnung hatten - es geht um Motoröl und dessen Verbrennung.

Denn die FIA hat vor dem Rennen in Budapest mit konkreten Richtlinien der Ölverbrennungsmenge ein Limit für die Zukunft gesetzt. Hintergrund ist, dass einige Teams dem Benzin offenbar Motoröl beimischen, um den Verbrennungsprozess im Zylinder zu verbessern und so die Leistung zu steigern.

Zu diesen Teams soll auch Mercedes beziehungsweise dessen Öllieferant Petronas zählen. Im Fahrerlager wird aber bereits seit einigen Monaten gemunkelt, dass Ferrari am meisten von der Ölverbrennung profitiert.

Ferrari treibt Trick auf die Spitze

Das bewusste Verbrennen von Öl in einem Verbrennungsmotor ist ein alter Trick, der seit langem bekannt ist und von der FIA bis zu einem gewissen Grad auch toleriert wurde.

Doch Ferrari und Öllieferant Shell haben das Spiel in dieser Saison offenbar auf die Spitze getrieben, weshalb die FIA sich genötigt sieht, einzugreifen. Die Autos dürfen nur noch 0,9 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen - in der nächsten Saison soll der Verbrauch sogar auf 0,6 Liter reduziert werden.

Vorerst lässt die FIA den Teams allerdings noch etwas Spielraum. "Wir akzeptieren, dass es für einige Teilnehmer schwierig ist, das 0,6-Liter-Limit auf 100 Kilometer einzuhalten. Für alle schon in Betrieb genommenen Motoren wird daher eine Toleranz angewendet", schreibt Marcin Budkowski, Technischer Delegierter der FIA.

Ab dem Italien-GP am 3. September dürfen jedoch alle neu eingesetzten Motoren das Limit von 0,9 Liter pro Kilometer nicht überschreiten. "Jeder höhere Verbrauch wird als potenzielle Verletzung des technischen Reglements untersucht", heißt es in der Richtlinie weiter.

Ferrari profitiert offenbar im Qualifying

Im Fahrerlager ist man sich einig, dass vor allem Ferrari bei der Verwendung neuer Motoren darauf achten muss, dass diese den strengeren Richtlinien entsprechen.

Auf die Rennen dürfte dies wenig Einfluss haben. Denn um über den Rennverlauf eine konstante Leistungssteigerung zu erzielen, müsste eine unrealistische Menge an Öl beigemischt werden.

Ferraris Trick dient daher wahrscheinlich in erster Linie der Leistungssteigerung im Qualifying. Wenn die Mercedes in Q3 ihren Motor aufdrehen, kann Ferrari durch die Verbrennung ebenfalls etwas mehr Leistung herauskitzeln.

Sollte Ferrari von der Methode wirklich so stark profitiert haben wie einige Konkurrenten mutmaßen, könnte das strengere Reglement im Saisonfinale für Vettel ein entscheidender Nachteil im WM-Kampf werden.

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