Niki Lauda hebt den Zeigefinger in Richtung Sebastian Vettel © Getty Images

Niki Lauda schießt gegen Sebastian Vettel. An der Kollision mit Lewis Hamilton sei alleine der Deutsche Schuld. Der Mercedes-Aufsichtsratboss fordert Konsequenzen.

Sebastian Vettel blickt an seinem 30. Geburtstag mit Spannung nach Paris. Am Montag entscheidet dort der Motorsport-Weltverband (FIA) über eine mögliche Sperre für den viermaligen Weltmeister.

Hintergrund ist seine Aktion beim Großen Preis von Aserbaidschan, als er Lewis Hamilton in einer Safety-Car-Phase zunächst ins Heck fuhr und anschließend von der Seite rammte. Vettel wurde dafür mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt. Für Niki Lauda fiel diese jedoch deutlich zu gering aus.

Lauda fordert härtere Strafe

"Die Strafe stand in keinem Verhältnis zu seiner unfairen, überzogen emotionalen Aktion", meinte der Mercedes-Aufsichtsratsvorsitzende in der Welt am Sonntag. Für den 68-Jährigen ist der Sachverhalt klar: "Lewis hat sich, das haben alle Daten ergeben, sehr korrekt verhalten."

Vettel dagegen "war zu dicht hinter Lewis und hat so die Kollision verursacht, die er jetzt aber Lewis anlastet. Manche sprechen von einem Revanchefoul, aber das ist Unsinn, denn Lewis hat ja gar nicht gefoult."

"Nicht in Ordnung"

Lauda ermahnte Vettel zudem, seine Emotionen besser im Griff zu haben. "Niemand, der in einem Auto sitzt und es lenkt, sollte aus einer Emotion, aus einer Verärgerung heraus oder aus welchem Grund auch immer einem anderen Auto seitwärts einen Rammstoß verpassen, schon gar nicht in der Formel 1", forderte der Österreicher.

Lauda wolle sich "nicht zum Lehrmeister für Lebensfragen aufschwingen, aber das, was der Sebastian am vergangenen Sonntag in Baku gemacht hat, ist einfach nicht in Ordnung". Der ehemalige Rennfahrer empfahl Vettel, sich mit Hamilton "so schnell wie möglich" auszusprechen.

Berger widerspricht

Gerhard Berger dagegen versteht die ganze Aufregung nicht. "Eigentlich hätten beide bestraft werden müssen", meinte der ehemalige Ferrari-Pilot in der Bild am Sonntag: "Vettel wurde von den Kommissaren bestraft mit den zehn Sekunden während des Rennens. Hamilton wurde dann vom lieben Gott bestraft, als sich sein Nackenschutz gelockert hat. Für mich ist der Fall erledigt, abhaken, weiter geht's."

Für die FIA ist der Fall jedoch nicht erledigt. Im schlimmsten Fall droht Vettel eine Sperre für ein Rennen.

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