Renault-Pilot Nico Hülkenberg spricht in seiner SPORT1-Kolumne über den Start von Valtteri Bottas beim Österreich-GP und seine Vorfreude auf Silverstone.

Liebe Formel-1-Fans,

auch in Österreich waren mir keine Punkte vergönnt, aber ehrlich gesagt fand ich das Wochenende trotzdem okay. Mit Platz elf im Qualifying bin ich sogar sehr zufrieden, auch wenn am Sonntag dann einiges schief lief. Nach meinem katastrophalen Start war ich schon zu Beginn extrem weit hinten.

Wie das passieren konnte? Ich bin in den sogenannten "Anti-Stall-Modus" gekommen, da greift die Kupplung ein, wenn sie merkt, dass der Motor kurz vor dem Abwürgen ist.

Eine Verkettung von unglücklichen Umständen hat dann schließlich dazu geführt, dass mein Rennen nach dem Start eigentlich schon gegessen war.

Mit den Supersofts, den Softs und den ständigen blauen Flaggen konnte ich dann keinen Boden mehr gutmachen.

Gut, dass es jetzt direkt in Silverstone weitergeht. Für uns steht in England ohnehin ein großes und wichtiges Wochenende an. Das Auto bekommt ein Update! Ich verknüpfe damit ehrlicherweise schon einige Erwartungen und Hoffnungen.

Am Freitag werden wir dann zum ersten Mal die neuen Aerodynamikteile und einen neuen Unterboden testen. Dann hoffen wir, dass uns das einen weiteren Schritt nach vorne bringen wird.

Ich freue mich aber nicht nur deshalb schon total auf Silverstone: Eine Strecke im Old-british-Racing-Style. Die Fans tun ihr Übriges, dazu gibt es Highspeed-Kurven ohne Ende. Speziell mit den neuen Autos glaube ich, dass es dieses Jahr noch mal eine Nummer extremer wird vom Speed.

Noch ein Gedanke zum Kampf um die WM: Im Gegensatz zu mir hat Valtteri Bottas am Wochenende ja einen perfekten Start hingelegt.

Das sah nach extrem gutem Timing aus, so eine kurze Reaktionszeit ist aber nicht die Norm. Ich glaube, da hat er ein Zucken im Finger gehabt, was für ihn aber glücklicherweise perfekt mit der Ampel zusammengepasst hat.

Ohne Frage, er kann theoretisch die WM gewinnen, er hat alle Voraussetzungen dafür. Aber Sebastian und Lewis haben für mich immer noch die Nase vorn. Und auch wenn noch nicht einmal die Hälfte aller Rennen gefahren ist: Ich glaube nach wie vor an Ferrari dieses Jahr.

Auf bald!
Euer Nico Hülkenberg

Nico Hülkenberg fährt seit dieser Saison für das französische Werksteam Renault. In seiner SPORT1-Kolumne berichtet er seit Jahresbeginn nach jedem Rennen von der Königsklasse.

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