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Valtteri Bottas (M.) startet in Spielberg in der ersten Reihe vor Sebastian Vettel (r.) © Getty Images

München - Lewis Hamilton startet beim Großen Preis von Österreich weit hinter Sebastian Vettel. Doch Valtteri Bottas könnte diese Konstellation entscheidend beeinflussen.

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Zwar betonte Sebastian Vettel mehrfach, mit dem zweiten Startplatz beim Großen Preis der Formel 1 in Spielberg (Sonntag, 14 Uhr im LIVETICKER) zufrieden zu sein. Doch so ganz wollte man ihm das nicht abkaufen.

Denn der Ferrari-Pilot hat ein Problem: Valtteri Bottas startet vor ihm. Der Finne sicherte sich die zweite Pole Position seiner Karriere. Im Rennen wird er vermutlich alles daran setzen, Vettel ein wenig auszubremsen, damit Lewis Hamilton, der nur von Rang acht aus los legt, so schnell wie möglich aufholen kann.

Zumindest geht Red-Bull-Boss Helmut Marko davon aus. "Ich schätze, dass der Bottas nicht mehr Gas gibt als nötig. Nur so viel, dass Vettel nicht vorbeikommt", meinte der Red-Bull-Boss.

Auch Niki Lauda deutete vielsagend an: "Sebastian steht hinter Bottas - das ist schon mal wesentlich besser, als wenn er davor stehen würde."

Hamilton: "Es macht keinen Sinn"

Zwar weisen die Silberpfeil-Piloten derartige Überlegungen von sich, doch bei Mercedes wird man alles dafür tun, dass Hamilton auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Spielberg möglichst viele Punkte holt, um Vettels Vorsprung in der WM-Wertung zumindest nicht weiter anwachsen zu lassen.

Behauptet Bottas nach dem Start die Führung, kann er das Renntempo bestimmen, sofern er sich den Angriffen Vettels erwehren kann, der als der bessere Starter gilt. Dadurch hätte Hamilton die Möglichkeit, schneller durchs Feld zu pflügen.

"Es macht für Bottas, der hoffentlich um den Sieg kämpft, überhaupt keinen Sinn, wegen mir langsamer zu machen", wiegelte Hamilton ab, schob jedoch hinterher: "Mein Ziel muss darin bestehen, für Mercedes den Doppelsieg sicherzustellen."

Wolff warnt Hamilton

Für den wegen eines unerlaubten Getriebewechsels am Freitag strafversetzten 32-Jährigen eine ambitionierte Zielstellung. Toto Wolff hat deshalb wohl nicht ganz ohne Hintergedanken eine Warnung ausgesprochen.

"Zu viel Risiko wird es nicht geben. Wenn man morgen Schadensbegrenzung betreiben muss, dann sollte man die zehn oder acht Punkte mitnehmen, aber auf keinen Fall crashen", sagte der Motorsportchef der Silbernen in Richtung Hamilton. Ähnliche Auseinandersetzungen wie beim letzten Grand Prix in Baku mit Vettel gilt es unbedingt zu vermeiden.

Bei Hamiltons angepeilter Aufholjagd werden noch weitere Faktoren eine entscheidende Rolle spielen. Zum einen startet der Brite im Gegensatz zu Vettel, Bottas und weiteren Spitzenfahrern mit Supersoft-Reifen. Diese gelten als langsamer, längere Runs sind jedoch möglich.

Regen als Chance für Red Bull

Zum anderen sind während des Rennens Wetterkapriolen nicht ausgeschlossen. Es ist Gewitter vorhergesagt. "Ein wenig Regen könnte nicht schaden – in so einer Situation ist Lotteriespielen keine üble Idee", spekuliert Hamilton.

Auch die Red-Bull-Piloten hoffen auf Regen, der deren Podestchancen wesentlich steigern dürfte. Bei nassen Bedingungen werden insbesondere dem Ferrari Nachteile eingeräumt.

Für Vettel jedoch kein Grund zur Beunruhigung. "Soweit ich weiß, haben wir Regenreifen zur Verfügung", scherzte der Heppenheimer und fügte hinzu: "Gut, wir sind in diesem Jahr im Training nicht auf nasser Bahn gefahren, aber wir haben alle genügend Routine, um mit so einer Situation fertig zu werden."

Vettel will sich auf dem Weg zu seinem fünften WM-Titel von nichts aufhalten lassen, weder vom Wetter, noch von Bottas.

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