F1 Grand Prix of Monaco - Practice
Sebastian Vettel geht von Platz zwei aus ins Rennen von Monaco © Getty Images

München - Sebastian Vettel startet weit vor Lewis Hamilton in den Großen Preis von Monaco. Doch ein Selbstläufer wird das Rennen nicht. SPORT1 nennt die Gründe.

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Viel besser hätte es für Sebastian Vettel im Qualifying zum Großen Preis von Monaco nicht laufen können.

Während er sich im Kampf um die Pole-Position nur seinem Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen geschlagen geben musste, startet sein WM-Rivale Lewis Hamilton nach großen Problemen in der Quali lediglich von Platz 13 ins Rennen.

Doch so richtig glücklich wirkte Vettel nicht. Dass der Mercedes-Star nur aus dem Mittelfeld startet, sei "egal", sagte der viermalige Weltmeister. "Ich wollte heute vorne stehen. Deshalb überwiegt der Ärger."

Auch er weiß, dass die Pole-Position in Monaco noch etwas mehr wert ist als auf allen anderen Kursen - nicht nur, weil man sich als Führender aus den meisten Positionskämpfen heraushalten kann.

SPORT1 erklärt, was Sebastian Vettel auf dem Weg zu seinem erst zweiten Sieg im glamourösen Fürstentum noch stoppen könnte.

Startposition:

Vettel startet zwar aus der ersten Startreihe, aber eben nur von Platz zwei aus.  Dass diese Position bei weitem nicht so komfortabel ist wie die seines Teamkollegen, beweist nicht nur die Statistik.

Zehn der letzten 13 Rennen in den Straßenschluchten von Monte Carlo haben die Piloten gewonnen, die von Platz eins aus gestartet sind. Nur einmal konnte sich in diesem Zeitraum der auf Position zwei gestartete Fahrer durchsetzen: Nico Rosberg 2015.

Als Zweiter kann man gerade in Monaco schnell zwischen die Fronten geraten. Auch Vettel weiß das. Der Weg bis zur ersten Kurve sei zwar nicht so lang. "Aber es kommt darauf an, was Kimi neben mir macht oder die Autos dahinter", sagte der Heppenheimer. Darauf, dass ihn sein Teamkollege gleich beim Start vorbei lässt, will sich Vettel übrigens nicht verlassen.

Sollte Räikkönen gleich nach dem Start davonziehen und Vettel nicht folgen können, erhöht sich zwangsläufig die Gefahr, auch weitere Plätze zu verlieren.

Da braucht Vettel eigentlich nur bei seinem Teamkollegen nachzufragen. 2008 ging Räikkönen als Zweiter ins Rennen und wurde schon kurz nach dem Start von Hamilton überholt.

Am Ende reichte es für den "Iceman" nur noch zu Platz neun.

Pech und Pannen:

Dass der Finne damals so weit zurückfiel, hatte auch mit einem dilettantischen Fehler seines Ferrari-Rennstalls zu tun. Der hatte ihm vor dem Rennen zu spät die Reifen aufgezogen.

Die Folge war eine Durchfahrtsstrafe für den Finnen, der ihn sämtlicher Chancen auf den Sieg beraubte. Später unterliefen auch Räikkönen selbst noch zwei Fehler, die sein Rennen endgültig ruinierten.

Natürlich kann man das morgige Rennen nicht mit den Umständen von vor neun Jahren vergleichen. Schon allein deshalb, weil im Gegensatz zur Wasserschlacht 2008 nicht ein einziger Regentropfen angekündigt ist.

Aber von Fehlern gänzlich befreit sind weder Vettel noch seine Mechaniker. Auch wenn sein Ferrari in dieser Saison bislang sehr zuverlässig war, ist auch ein Defekt nie ausgeschlossen.

Jäger Hamilton:

Elf Positionen liegen am Start zwischen Vettel und seinem Rivalen Hamilton. Die einzige Chance, dass sich daran noch groß etwas ändert, sieht Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nur in einem "großen Blechhaufen am Anfang", wie er bei Sky sagte. Sprich: Ohne einen Startunfall und eine anschließende Safety-Car-Phase habe sein Schützling keine Möglichkeit mehr, an Vettel heranzufahren.

Doch Hamilton hat schon häufiger bewiesen, dass er zu großen Aufholjagden fähig ist. Beim Deutschland-GP 2014 ist er von Platz 20 auf Platz drei gefahren, in Belgien zwei Jahre später von Platz 21 auf drei. Und beim Ungarn-GP 2014 schaffte er es sogar von der Boxengasse aufs Podium.

In Monaco sind dem Briten solche Husarenritte bislang nicht gelungen. An Vorbildern aber mangelt es nicht. 2006 fuhr Michael Schumacher vom 22. und letzten Startplatz bis auf Rang fünf vor. Und zehn Jahre zuvor raste ein gewisser Olivier Panis sogar von Startplatz 14 noch zum Sieg.

Einschränkend muss man aber auch hier festhalten, dass diese Aufholjagd von Regen und vielen Ausfällen begünstigt wurde.

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