So nah wie in Monaco ist man an keiner Formel-1-Strecke dabei © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images

Monte Carlo - Enge Kurven und ausladender Luxus warten in Monte Carlo, die Stadtstrecke von Monaco ist berüchtigt. SPORT1 beantwortet die wichtigsten Fragen vor dem Rennen.

Durchsetzungsvermögen ist am Sonntag (ab 14 Uhr im LIVETICKER) beim Großen Preis von Monaco gefragt.

Auf 3,337 Kilometern zwängen sich die Formel-1-Karossen durch die engen Gassen der französischen Luxus-Küstenstadt. Auslaufzonen gibt es nicht, hinter den Leitplanken lauert der Bordstein, eine Betonwand oder das Hafenbecken.

Die engen Straßen verzeihen den Fahrern um Ferrari-Pilot Sebastian Vettel keine Fehler. Näher als im Fürstentum kommt die Königsklasse des Motorsports ihren rauen Ursprüngen nirgends.

SPORT1 hat die Fakten zum prestigeträchtigsten Rennen der gesamten Saison.

- Die Favoriten

Fünf Rennen sind absolviert, zweimal gewann Ferrari, dreimal Mercedes, aber Vettel (104 Punkte) führt das WM-Klassement knapp vor Hamilton (98) an. Mercedes hatte in diesem Jahr schon vielfältige Probleme mit den Reifen, zuletzt überzeugten die Silberpfeile allerdings in Spanien.

Dennoch: Ferrari ist in Monaco leicht favorisiert. Mit den auf den engen Straßen so wichtigen Ultrasoft-Reifen scheint der SF70-H bislang besser zurechtzukommen, zudem könnte Mercedes wegen des besonders langen Radstandes der Silberpfeile im Kurven-Labyrinth im Nachteil sein.

Wie immer in Monaco wird der Kampf um die Pole-Position im Qualifying am Samstag (ab 14 Uhr im LIVETICKER) vorentscheidenden Charakter besitzen, denn Überholmanöver gestalten sich auf dem eng gestrickten Parcours äußerst schwierig.

WM-Spitzenreiter Vettel schickte im Training mit einem neuen Streckenrekord am Donnerstag ein klares Zeichen an Hamilton, der nur Sechster wurde.

- Die Durststrecke

Seit 16 Jahren hat Ferrari das prestigeträchtige Rennen nicht mehr gewonnen, 2001 gelang Michael Schumacher der letzte Sieg im Fürstentum. Alle Hoffnungen ruhen nun auf Vettel, der bisher nur 2011 als Sieger in die Fürstenloge von Prinz Albert II durfte - damals noch für Red Bull.

Eine Statistik macht Mut: Michael Schumacher beendete 1997 schon einmal eine Monaco-Durststrecke für Ferrari nach genau 16 Jahren: 1981 hatte Gilles Villeneuve zuvor für die Scuderia zuletzt gewonnen.

- Die Nebendarsteller

Jenson Button kehrt aus dem Ruhestand zurück, um Fernando Alonso zu ersetzen. Letzterer nimmt eine Auszeit von der Königsklasse und fährt stattdessen am Sonntag in Indianapolis bei den legendären Indy 500.

Für Nico Hülkenberg ist es ein besonderes Monaco-Rennen, vor allem aus Sicht seines Arbeitgebers: Renault feiert 40 Jahre in der Formel 1, der Deutsche soll dabei an die zuletzt guten Leistungen anknüpfen.

- Die Geschichte

Der erste Große Preis von Monaco fand 1929 statt, 1950 rasten erstmals Formel-1-Wagen über den Stadtkurs, fünf Jahre später wurde die Strecke ständiger Bestandteil im Rennkalender.

Ayrton Senna ist der erfolgreichste Fahrer in Monaco: Sechs Siege und fünf Poles gelangen dem Brasilianer dort in seiner Karriere. McLaren fuhr in Monaco die meisten Siege ein (15), Ferrari holte die meisten WM-Punkte im Fürstentum (442).

Unter den Deutschen führt Michael Schumacher die Liste mit den meisten Erfolgen an. Fünf Mal gewann Schumacher, Nico Rosberg setzte sich drei Mal nacheinander (2013 bis 2015) im Fürstentum durch.

- Der Luxus

37 000 Menschen leben in Monaco, 33 Prozent davon sind Millionäre. Für viele Formel-1-Piloten ist es auch ein Heimspiel, denn sie kehren an ihren Wohnort zurück. Gleich sieben Piloten leben im Fürstentum, darunter Lewis Hamilton, Niko Hülkenberg und Max Verstappen.

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