F1 Winter Testing In Barcelona - Day One
Sebastian Vettel steht vor seiner dritten Saison bei Ferrari © Getty Images

München - Nach den Testfahrten in Barcelona sieht Mercedes Ferrari schon auf Augenhöhe. Sebastian Vettel hat noch Reserven. Dennoch sind Zweifel angebracht.

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Sebastian Vettel hat sein Lächeln wieder gefunden.

Nach der verkorksten Saison 2016 reichten die acht Testtage in Barcelona, um wieder voller Zuversicht auf die kommende Saison zu blicken. (SERVICE: Der Rennkalender 2017)

"Diese Woche war sehr gut. Das Auto fühlt sich nach wie vor gut an", berichtete der Ferrari-Fahrer, der auf dem Kurs in Katalonien zusammen mit seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen die schnellsten Runden in den Asphalt gebrannt hatte.

Erst dahinter reihten sich die beiden favorisierten Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ein.

Verschiebung des Machtgefüges?

Sind das tatsächlich erste Anzeichen einer Verschiebung der Machtverhältnisse in der Formel 1? Ist Vettel seinem Traum, erstmals mit Ferrari Weltmeister zu werden, einen Schritt näher gekommen?

So leicht lassen sich diese Fragen nicht beantworten. Denn wie immer bei den Testfahrten vor Saisonbeginn, legen die Teams die Karten noch nicht vollständig auf den Tisch.

Doch eine erste Einschätzung zumindest lassen nicht nur die Zahlen, sondern auch die Reaktionen im Fahrerlager zu.

Lauda: "Wie auf Schienen"

Mercedes-Aufsichtsratsboss Niki Lauda schwärmt regelrecht von Vettels neuer Roter Göttin. "Der Ferrari schaut am schnellsten aus. Das Auto liegt wie ein Brett", staunte der Österreicher über die neuen Fahreigenschaften des SF70H.

Wie auf Schienen jagte der Ferrari nicht nur die Geraden entlang, sondern auch durch die Kurven.

Dazu kommt, dass Vettel bei seinen schnellen Runden nicht einmal bis zum Schluss Vollgas gefahren ist. Er hat also immer noch Reserven. Wie groß die sind? Darüber sollen sich die Rivalen ruhig ein wenig den Kopf zerbrechen.

Hamilton jedenfalls hat für sich den Schluss gezogen, "dass Ferrari blufft und sie viel schneller sind, als sie es gerade zeigen".

Und Lauda sieht die Roten bereits auf Augenhöge mit seinen Silberpfeilen: "Ich sehe Ferrari mit uns auf einem Level, dahinter Red Bull."

Vettel sieht noch viel Arbeit 

Die Vorschusslorbeeren müssen Vettel und sein Team in zwei Wochen beim Saisonstart in Melbourne aber erst einmal bestätigen.

Bis dahin, so der 29-Jährige, sei noch viel Arbeit zu leisten. Es gebe auf jeden Fall noch "Bereiche, wo wir uns steigern müssen".

Blenden lassen will sich Vettel von den vielversprechenden Testtagen nicht.

Mit gutem Grund: Auch vor einem Jahr fuhren die beiden Ferrari bei den Tests die schnellsten Zeiten. Am Ende der Saison landete die Scuderia bei den Konstrukteuren hinter Mercedes und Red Bull nur auf Rang drei.

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