AUTO-PRIX-F1-BRN-QUALIFYING
Schieben sich die Favoritenrolle gegenseitig zu: Lewis Hamilton und Sebastian Vettel © Getty Images

Vor dem Start der Formel-1-Saison schiebt Lewis Hamilton Ferrari-Pilot Sebastian Vettel die Favoritenrolle zu. Der Brite ist hungriger als je zuvor.

Der dreimalige Weltmeister Lewis Hamilton hat die Favoritenrolle für den Saisonauftakt von sich gewiesen und Ferrari um den viermaligen Titelträger Sebastian Vettel zugeschoben.

"Ferrari war im Winter am schnellsten, sie sind die Favoriten", sagte der Mercedes-Pilot drei Tage vor dem Auftaktrennen in Melbourne (Training Fr. ab 2 Uhr im LIVETICKER): "So fühlt es sich an. Auch die Daten sagen das. Ich hoffe, dass wir dicht dran sind."

Schon während der Testfahrten in Barcelona hatte Hamilton die bisherige Hierarchie in Frage gestellt und sich von Red-Bull-Teamchef Christian Horner einen ironischen Kommentar eingehandelt: "Wahrscheinlich sieht Lewis gerade Sauber als seinen Hauptgegner", hatte der Vettels ehemaliger Boss im Magazin Racer gewitzelt.

Vettel kontert: "Mercedes der Maßstab"

Vettel selbst lehnte diese Bürde prompt dankend ab. Es sei völlig klar, "wer für alle der Favorit ist", entgegnete der Heppenheimer: "Mercedes ist der Maßstab. Sie waren in den vergangenen drei Jahren in einer extrem starken Form."

Dass die Formel 1 das Reglement zur neuen Saison geändert habe, ändere daran nichts. "Mercedes war in den vergangenen drei Jahren in einer extrem starken Form", sagte der 29-Jährige. "Obwohl wir die Regularien nun geändert haben, glaube ich, dass ein starkes Team auch das Jahr danach ein starkes Auto bauen wird."

Die eigenen Testdaten aus Barcelona dürfe man indes nicht überbewerten: "Ein paar Zeiten bei den Tests kann man selbst sehr stark beeinflussen. Wir haben noch nicht alles gesehen. Es ist nicht richtig, falsche Euphorie zu verbreiten, sondern wir müssen unsere Füße auf dem Boden lassen." 

Hamilton bleibt kämpferisch

Auch hinsichtlich der neuen Aerodynamik-Regeln hat Hamilton eine andere Sichtweise. "Noch kein Team hat vor und nach einem großen Wechsel der Regularien die Formel 1 dominiert", erklärte der 32-Jährige.

Allerdings fügte er kämpferisch hinzu: "Wir sind hier, um zu schaffen, was noch niemand geschafft hat. Ich fühle mich in der Form meines Lebens, ich bin hungriger denn je auf diesen vierten Titel."

Eine Spitze gegen seinen als Weltmeister zurückgetretenen langjährigen Teamkollegen Nico Rosberg konnte sich Hamilton nicht verkneifen.

"Für mich macht es keinen Unterschied, ob der amtierende Weltmeister da ist oder nicht. Jede Saison bedeutet einen Neustart", sagte der mit 53 Grand-Prix-Siegen zweiterfolgreichste Formel-1-Fahrer nach Rekordweltmeister Michael Schumacher.

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