Der Crash von Paffett und Rockenfeller am Norisring war einer der spektakulärsten
Der Crash von Paffett und Rockenfeller am Norisring war einer der spektakulärsten © LAT

Nach dem spektakulären Crash von Mike Rockenfeller und Gary Paffett stellt sich die Frage: Wie stecken die DTM-Fahrer einen schweren Unfall weg?

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Der Unfall von Gary Paffett und Mike Rockenfeller bei der DTM 2017 am Norisring, bei dem Paffett ungebremst in die Seite von Rockenfellers Audi krachte, ließ die Zuschauer und Teammitglieder aufschrecken. Gebannt starrte man auf die Monitore, um zu sehen, ob sich die Fahrer in ihren havarierten Fahrzeugen bewegten. Es wurde schlichtweg auf ein Lebenszeichen gewartet. Nach bangen und langen Minuten des Wartens und Hoffens kam die ersehnte Entwarnung: Paffett und Rockenfeller konnten ihre Autos aus eigener Kraft verlassen.

Bis auf einen Mittelfußbruch bei "Rocky" und Prellungen beim Briten kamen die DTM-Piloten mit dem Schrecken davon. Der Unfall zeigte, dass die DTM-Autos derart sicher gebaut sind, dass die Fahrer auch nach einem Horrorcrash das Cockpit aus eigener Kraft und unverletzt verlassen können. Doch wie stecken die Piloten einen derart heftigen Crash weg und wie gehen sie damit um?

Obwohl er sich bei dem Unfall auf dem Stadtkurs in Nürnberg den Fuß gebrochen hat, ist der Vorfall für Rockenfeller schon bald darauf abgehakt. "Das geht mir nicht weiter durch den Kopf. Ich habe mir das Video angeschaut und fertig. Das ging alles so schnell, und da ist jetzt auch nichts, worüber man nachdenken muss", sagt "Rocky".

Das gehört dazu...

Der Audi-Fahrer ergänzt: "Das gehört für uns alle von klein auf dazu. Das fängt im Go-Kart an." An einen besonders schweren Unfall kann sich der Le-Mans-Sieger von 2010 noch genau erinnern. "Mein Le-Mans-Unfall war der schlimmste, den ich je hatte", gesteht der 33-Jährige. "Ich will nicht sagen, dass der danach mitfuhr. Aber wenn ich im Jahr darauf an derselben Stelle überholte, dann ging mir das natürlich wieder durch den Kopf."

Bei jenem Unfall beim Langstreckenklassiker in Frankreich 2011 krachte Rockenfeller im LMP1-Audi in der Nacht in die Leitplanken. Obwohl Teile seines Fahrzeugs wie Geschosse durch die Luft flogen, kam der Audi-Mann ohne große Blessuren davon.

Auch Bruno Spengler hatte einen schweren Unfall zu Beginn seiner Rennfahrerkarriere zu verkraften. "So etwas wie Mike ist mir zum Glück noch nie passiert. Klar, man erschrickt sich, weil man es nicht erwartet. Ich hatte mal einen Unfall in der Formel 3, aber da war ich alleine. Ich habe in der Zielkurve von Dijon das Auto verloren, bin geradeaus in die Mauer gefahren und habe mir dabei den ersten Rückenwirbel gebrochen", erinnert sich der BMW-Pilot.

Abhaken und nach vorne schauen

"Ich war drei Monate weg vom Rennfahren, und es war eine schwierige Situation. Das war nicht so einfach: Du schaust deinen Kollegen zu, ich war damals 18, und du kannst nicht fahren", schildert der Kanadier die Zeit nach dem Crash.

"Du denkst auch darüber nach und sagst: 'Hoffentlich habe ich das nicht in meinen Gedanken, wenn ich zurückkomme.' Aber dann sitzt du wieder im Rennauto, und wenn du auf die Rennstrecke fährst, denkst du gar nicht mehr darüber nach", erzählt Spengler. "Vielleicht nach dem Aussteigen, aber nicht, während du fährst. Beim Fahren war ich einfach nur glücklich, dass ich wieder fahren konnte."

"Dass was passieren kann, bist du als Rennfahrer gewohnt", sagt Mercedes-Pilot Maro Engel. "Aber in dieser speziellen Norisring-Situation konnte Mike ja gar nichts dafür. Er hätte nichts anders machen können. Von daher lässt du das als Rennfahrer schnell hinter dir und schaust sofort wieder nach vorne."

Hohe Sicherheitsstandards in der DTM

Bei der Kollision von Paffetts Mercedes mit dem Audi von Rockenfeller wirkten Kräfte bis zu 40g auf die Rennfahrer ein. Dass die beiden dabei keine schwereren Verletzungen davongetragen haben, ist den hohen Sicherheitsstandards in der DTM zu verdanken.

"Auch, wenn Mikes Verletzung unglücklich ist, es ist nichts Schlimmeres passiert. Das ist etwas, was uns Rennfahrer immer wieder positiv begleitet, wenn man sieht, was die Autos aushalten", lobt Engel die sicheren DTM-Fahrzeuge.

Der Unfall von Paffett und Rockenfeller am Norisring ist nicht der einzige schwere Unfall in der DTM. In einer Fotostrecke haben wir die heftigsten und spektakulärsten Unfälle in der DTM zusammengestellt.

© Motorsport-Total.com

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