Maxime Martin hat das Sonntags-Rennen am Norisring gewonnen. Der Belgier zeigte in einem von Zwischenfällen geprägten Grand Prix die besten Nerven.

Der Schock saß Norisring-Sieger Maxime Martin nur kurz in den Knochen. Nach dem offenbar glimpflich verlaufenen Horrorcrash der früheren DTM-Champions Gary Paffett und Mike Rockenfeller feierte der Belgier seinen Sieg im "fränkischen Monaco" ausgelassen mit einem Sprung in die jubelnde Schar seiner Mechaniker und einer satten Champagnerdusche.

"Es ist ein großartiges Gefühl. Wir waren an beiden Tagen stark. Großer Dank an die Crew", sagte Martin nach seinem dritten DTM-Sieg, mit dem er BMW ein perfektes Wochenende in Nürnberg bescherte.

Heftige Kollision beider Fahrzeuge

Keine Stunde zuvor waren die Fahrzeuge von Paffett (Großbritannien/Mercedes) und Rockenfeller (Audi) auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke heftig kollidiert. Das Rennen wurde für 30 Minuten unterbrochen. Rockenfeller wie auch Paffett kamen vergleichsweise glimpflich davon. 

Der Mercedes von Paffett wurde am Ende der Start-Ziel-Geraden ausgehebelt und schleuderte unkontrolliert mit hoher Geschwindigkeit in die Fahrertür von Rockenfeller. Beide Fahrer konnten ihre Boliden aus eigener Kraft verlassen, waren aber sichtlich mitgenommen.

"Mike hat den linken Mittelfußknochen gebrochen", sagte Audi-Sportchef Dieter Gass. Wie lange der 33-Jährige ausfallen wird, sei noch nicht abzusehen. "Er hat ein bisschen gehumpelt. Aber er kam mit dem Schrecken davon", hatte Rockenfellers Teamchef Ernst Moser zuvor in der ARD gesagt.

Glück im Unglück

Paffett hob gleich den Daumen. "Gary hat im Funk über Schmerzen am Arm geklagt, aber es geht ihm grundsätzlich gut. Glück im Unglück", sagte Mercedes-DTM-Leiter Uli Fritz: "Wenn so etwas passiert, wartet man sehnsüchtig auf die Reaktion des Fahrers. Die hat es zum Glück relativ schnell gegeben. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen." Nach Angaben von Mercedes hat der Brite lediglich Prellungen erlitten.

Martin rundete in einem dramatischen Rennen mit zahlreichen Führungswechseln das Traumwochenende für BMW ab - bis zum Erfolg von Bruno Spengler (Kanada) tags zuvor hatten die Münchner seit ihrer DTM-Rückkehr im Jahr 2012 vergebens auf einen Sieg auf dem Stadtkurs gewartet.

Die Führung in der Fahrerwertung sicherte der Schwede Mattias Ektröm mit Rang vier. Der Audi-Pilot (89) Punkte nimmt aber nur zwei Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten Lucas Auer (Österreich/Mercedes) mit nach Wolokolamsk vor den Toren der russischen Hauptstadt Moskau, wo am 22./23. Juli die Saisonrennen neun und zehn stattfinden. Neuer Dritter in der Gesamtwertung ist Martin (78). Rang drei in einem Fotofinish mit Ekström ging an Mercedes-Pilot Edoardo Mortara (Italien).

Katastrophen-Wochenende für Rast

Budapest-Überraschungssieger René Rast erlebte ein Wochenende zum Vergessen. Als Spitzenreiter zur vierten von neun Stationen angereist, wurde der Audi-Pilot am Samstag nach einer Durchfahrtsstrafe nur Zwölfter. Am Sonntag schied der 30 Jahre alte DTM-Neuling nach einer Kollision mit Mercedes-Pilot Robert Wickens (Kanada) aus.

Nach der Kollision des Duos rückte das Safety Car zum ersten Mal aus und schob das Feld eng zusammen. Kurz nach dem Indy-Car-Restart kam es dann zum schweren Unfall zwischen Paffett und Rockenfeller. Beim Neustart hinter dem Safety Car überrumpelte Auer zunächst Martin, der Belgier drehte den Spieß aber bald danach um.

Weiterlesen